Die Bedeutung des Gebetes
Das Gebet - ein un-glaubliches Vorrecht
Was ist Gebet?
Es gibt bestimmt viele verschiedene Definitionen für das Gebet und je nach Religion oder Philosophie wird diese Frage auch etwas anders beantwortet. Kurz zusammengefasst könnte man sagen, dass das Beten ein Stille werden vor Gott ist, in dem man seine Gedanken auf Gott ausrichtet. Dabei versucht der Mensch einerseits darauf zu hören, was Gott ihm sagen möchte und andererseits teilt er Gott mit, was ihn selbst beschäftigt. Zum Gebet gehören aber auch unbedingt Liebesbekenntnisse Gott gegenüber, indem man ihm für alles dankt, ihn lobt und preist, ihm die Ehre gibt, indem man ihm alles zutraut oder ihm einfach auch sagt, dass man ihn liebt. Dass kann man allerdings nur, wenn man ihn erkannt hat und sich über sein Wesen der Liebe freut! Das Bitten und Flehen für andere Menschen ist auch ein wesentlicher Bestandteil des Gebets. Nicht zuletzt deshalb schreibt der Apostel Paulus:
- 1Tim 2:1-4 - Ich ermahne nun vor allen Dingen, dass Flehen, Gebete, Fürbitten, Danksagungen getan werden für alle Menschen, 2 für Könige und alle, die in Hoheit sind, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit. 3 Dies ist gut und angenehm vor unserem Heiland-Gott, 4 welcher will, dass alle Menschen errettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.
Wenn der Apostel "vor allen Dingen" schreibt, dann wird deutlich, dass das Gebet immer am Anfang stehen sollte; es bildet sozusagen die geistliche Grundlage für jegliches Handeln und Reden. Wenn das ehrliche Gebet, das Fundament für unseren gesamten Lebensstil wird, dann bauen wir auf den Felsen. Zum ehrlichen Gebet gehört das unerschütterliche Vertrauen auf Gott, dass er alles hört und auch alles erhört, was in Bezug auf die Ewigkeit auch wirklich gut für uns ist. Wir können den himmlischen Vater auch nur dann im Geist und in der Wahrheit anbeten (Joh 4:23), wenn wir Seinem Wort (der Bibel) absolutes Vertrauen schenken.
Hinweis
Diese Aufstellung soll nicht nur biblisches Wissen über das Gebet vermitteln, sondern auch Hilfen für die Selbstreflexion bieten. Im weiteren sollen die Fragen, Antworten und Hinweise für mögliche praktische Anwendungen, Anregungen für jeden selbst, aber auch für den Austausch in einer Gruppe geben. Die farbigen Kästchen sollen unter anderem, für folgende Prozesse eine Hilfe sein:
- Verdrängte Nöte und Probleme sollen bewusst gemacht werden, indem unser Zustand anhand der Bibel beleuchtet wird.
- Dadurch können Schwachstellen im persönlichen Glaubensleben, in der Familie, im Hauskreis und in der Gemeinde erkannt werden.
- Daraus ergeben sich neue und wichtige Gebetsanliegen.
- Es darf auch deutlich werden, wie spannend und bereichernd ein aktives Gebetsleben sein kann.
Die Fragen und Hinweise in den farbigen Kästchen sollen als Anregungen für weitere Gedankenprozesse verstanden werden und nicht als fertige Lösungen und vollständige Antworten gesehen werden.
Einige Fragen und Probleme sind vielleicht so intim, dass sie nur in den Bereich der ganz persönlichen Beziehung, zwischen Mensch und Gott gehören. Bei einigen Fragen empfiehlt es sich eine anonyme Umfrage zu machen, um dann anschließend in der Gruppe darüber auszutauschen, ohne dass man weiß, wer die Antworten aufgeschrieben hat. Diese Vertiefungshilfen wären auch für einen "Workshop" in einem Hauskreis oder in einer Gemeinde geeignet. Nachfolgend ein Beispiel für eine Vertiefungshilfe. In diesem Fall empfiehlt sich in der Regel eine anonyme Umfrage. Die Antworten und mögliche Lösungen können dann aber gemeinsam in der Gruppe besprochen werden.
Fragen / Probleme:
- Unter welchem Missstand in unserer Gemeinde oder Hauskreis leide ich am meisten?
Mögliche Antworten:
- Dass man beim Bruder oder bei der Schwester zu sehr auf das Äußere, statt auf das innere Wesen schaut!
Mögliche Lösungen:
- Bei der Suche nach einer Lösung, sollte zuerst gefragt werden, ob die Kritik auch biblisch vertretbar ist. In diesem Fall ist die Kritik richtig, sofern dies auch wirklich zutrifft, denn Paulus erklärt, dass er nicht mehr auf das Sichtbare schaut (2Kor 4:18) und dass er niemand mehr nach dem Fleisch kennt (2Kor 5:16).
- Als Nächstes sollte sich jeder selbst, und auch betend vor Gott fragen, ob er die Geschwister in der Gemeinde wirklich nach ihrem inneren Wesen kennt und auch schätzt? Wenn nein, dann sollte man sich fragen: "Gibt es jemanden in der Gemeinde, den ich verachte? Interessieren mich die Gedanken eines Bruders nicht, der mich äußerlich überhaupt nicht anspricht?" Wer sich diese Frage ganz ehrlich stellt und mit „Ja“ beantworten muss, kann auch erkennen, dass hier eine Veränderung angezeigt ist.
Mögliche praktische Anwendung:
- Im einzelnen und im gemeinsamen Gebet, darf man diesen Missstand vor Gott bringen und ihn um sein Einwirken bitten: "Herr du siehst, wer in unserer Gemeinde unter diesem Missstand leidet. Segne alle und hilf mir und uns allen, dass wir auch auf jene Geschwister zugehen, die uns bis heute nicht so interessiert haben. Hilf, dass wir mit ihnen ins Gespräch kommen und auch darüber austauschen können, was sie im Innern wirklich auch bewegt!
Die Wichtigkeit des Gebetes
Es bewirkt Veränderungen
Wie bereits erwähnt, darf und soll das Gebet die absolute Grundlage eines geistgeführten Lebens sein. Dort wo treu und mit Ausdauer gebetet wird, geschehen die größten Veränderungen. Die sichtbaren Auswirkungen können sich jedoch manchmal erst viel später zeigen. Nicht selten vergehen Jahre oder Jahrzehnte bis die Auswirkungen sichtbar werden. Das regelmäßige ehrliche Gebet bewirkt zuerst einmal eine innere und somit kaum sichtbare Veränderung.
Es kommt zu ungeahnten Auswirkungen
Wenn Menschen treu über Jahre einen liebevollen Gebetsdienst tun, dann entstehen oft ganz wichtige geistliche Aufbrüche!
- - Menschen erkennen ihren Zustand und bringen ihre Schuld vor Gott.
- - Es kommt zu einer Bereinigung ihres Lebens.
- - Die Sünden werden nicht länger verdrängt.
- - Es findet in der Gemeinde oder im Hauskreis ein Umdenken statt.
- - Es entstehen geistliche Veränderungen und Aufbrüche.
- - Es entwickelt sich eine neue Freude für das Gebet und für die Arbeit am Reich Gottes.
- - Manchmal entstehen daraus nicht geringe Erweckungen.
- - usw.
Gerade weil dies so ist, bekämpft der Satan die Gebetszeit so stark, wie kaum eine andere Zeit!
Die Gebetszeit - das Angriffsziel des Feindes
Als mir innerlich klar wurde, dass ich eine größere Arbeit über das Gebet schreiben möchte, passierten Dinge, die mich aufhorchen ließen:
- Immer wieder klingelte während der Gebetszeit mit meiner Frau, fast ununterbrochen das Telefon.
- Plötzlich gab es irgendwelche Probleme, die sofort gelöst werden mussten.
- Als ich diesen Artikel zu schreiben begann, bekam ich innere Zweifel darüber, ob die Struktur dieses Artikels, nicht "völlig daneben" ist.
- Mein Drucker gibt nach 4 Jahren Betrieb "den Geist auf". Ich verlor fast einen Tag, bis ich einen neuen geeigneten Drucker fand und ihn installieren konnte. Wie so oft, gab es anfänglich noch etliche Treiberprobleme und wieder ging ein Tag verloren.
- Oft fehlte dann das Bedürfnis für das Gebet und ich war überhaupt nicht mehr motiviert an dieser Arbeit weiterzumachen.
- usw.
Ich glaube, jeder kann aus seiner eigenen Erfahrung berichten, wie kaum etwas so sehr bekämpft wird, wie die Gebetszeit. Oft fehlt jegliche Lust, vielfach fühlt man sich zu müde, immer wieder wird man daran erinnert, was man noch alles erledigen sollte und unbewusst scheut man sich vor einer ganz bewussten Auseinandersetzung mit Gott, weil man befürchtet, dass er seinen Finger auf eine Sache legen könnte, die man aber nicht lassen möchte.
Die persönliche Gebetszeit wird möglichst kurz gehalten und man beschränkt sich auf den Dank für alles Gute im Leben und vielleicht auf die Fürbitte für in Not geratene Menschen. Diese beiden Aspekte des Gebetes sind sehr wichtig, aber sie geschehen oft nicht mit Vollmacht, weil man andere wichtige Aspekte des Gebetes verdrängt. Oder wer hat schon den Mut, immer wieder ganz ehrlich zu beten: "Herr zeige mir, wo ich mich von dir verändern lassen soll!" Jeder natürliche Mensch spürt; ein solches Gebet ist "gefährlich". Ein solches Gebet, immer wieder ganz ehrlich auszusprechen, braucht für viele Menschen mehr Mut, als irgendeine außergewöhnliche Heldentat.
Könnte es sein, dass viele Christen keine Vollmacht haben, weil sie sich nicht trauen, solche und ähnliche Gebete zu sprechen?
Keine Pflicht, sondern Vorrecht!
Infolge der großen Angriffe auf die Gebetszeit und der unbewussten Angst vor "Aufdeckungen" (siehe oben), empfinden wir die Gebetszeit im Vorfeld, oft als eine mühsame Pflicht. Man tut es, weil man weiß, Gott erwartet es. Man will Gott, so gut es geht zufriedenstellen. Ihm zuliebe betet man, aber nicht unbedingt, weil man ein überschwengliches Bedürfnis dazu hat. Klar, wenn Not am Mann ist, dann braucht man Gott schon, dann wird auch intensiv gebetet, weil er oft die letzte Hoffnung ist, unseren Zustand verändern zu können. Wie wär's, wenn er zur ersten Hoffnung würde und zwar in allem?
Ich glaube, es betrübt unseren Gott, dass wir das Gebet als Pflicht empfinden. Vielleicht meiden wir die Gegenwart Gottes auch deshalb, weil wir immer wieder von ihm denken, dass er so vieles von uns erwartet, das wir nicht erfüllen können. Wir befürchten das Gleiche, wie ein Schüler der 6. Klasse, der ständig Aufgaben von Universitätsstudenten lösen sollte, die er nicht lösen kann und als Folge davon, Schläge vom Vater erhält. Dass diese Befürchtung nicht zutreffend ist, sollten wir uns immer wieder ins Bewusstsein rufen. Keiner kennt uns so gut, wie unser himmlischer Vater! Er weiß was wir fühlen, was wir empfinden, wo wir uns schwer tun und wo wir überfordert sind.
Trotz unserer Schwachheit, Sündhaftigkeit und Sturheit liebt er uns über die Massen! Wenn wir uns mit ihm auseinandersetzen, dann kann es vielleicht kurzfristig unangenehm werden, aber es bewirkt letztlich immer die Heilung unserer Seele und es vermittelt uns, einen, alles Denken übersteigenden Frieden! Das Sich-bewusste-ihm-zuwenden, bewirkt letztlich immer Segen!
Wenn wir bei einem Staatspräsidenten eine Audienz, mit gemeinsamen Nachtessen bekommen würden, dann würden wir uns sehr geehrt fühlen. Wer würde seinen Freunden nicht mit Stolz erzählen, wenn er mit Barack Obama zusammen diniert hätte. Doch der Beter bekommt zu jeder Zeit eine Audienz beim allmächtigen Gott, der das ganze Weltgeschehen lenkt. Der Beter hat durch Jesus Christus allezeit Zugang zum himmlischen Vater. Dieses Vorrecht kann mit gar nichts anderem überboten werden. Trotz dieses unübertrefflichen Vorrechts, lassen wir uns immer wieder abhalten, davon Gebrauch zu machen. Auch dies zeigt, welche großen Mächte gegen das Gebet ankämpfen. Der Hebräerbriefschreiber schildert dieses Vorrecht wie folgt:
- ELB Hebr 4:16 - Lasst uns nun mit Freimütigkeit hinzutreten zum Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden zur rechtzeitigen Hilfe!
Sehr viele Christen tun sich mit dem Gebet schwer. Die Gebetsstunden sind vielerorts dürftig belegt. Nicht viele christliche Ehepaare können regelmäßig miteinander beten. Statt zur obersten Priorität, haben wir das Gebet zum "Stiefkind" unseres geistlichen Lebens gemacht.
Was ist geschehen und warum ist das so? Es lohnt sich, wenn wir uns einmal ganz ehrlich fragen, warum wir das Gebet in den meisten Fällen vernachlässigen? Wenn wir uns diese Fragen mit ehrlichem Herzen beantwortet haben, können wir das Problem vielleicht besser angehen und vor allem, auch daraus ein Gebetsanliegen machen.
Fragen / Probleme:
- Warum habe ich manchmal gar keine Lust zu beten?
- Wo könnten meine innersten Beweggründe liegen, weshalb ich im praktischen Alltag das Gebet immer wieder meide?
- Empfinde ich das Gebet nur als Pflicht? Wenn ja, was könnten die Gründe dafür sein?
- Kann ich mit Verwandten (Ehepartner, Geschwister, Eltern, Kinder usw.) die gläubig sind, gemeinsam beten? Wenn nein, warum nicht? Steht hier etwas von meiner Seite im Wege oder wäre ich sofort bereit, mit jedem zu beten, wenn er oder sie es wünscht?
- Gibt es Brüder oder Schwestern in der Gemeinde, bei denen es mir schwer fallen würde, mit ihnen zu beten? Wenn ja, warum?
Mögliche Antworten:
- Manchmal möchte ich einfach denken, was mir gerade Spass macht.
- Beten braucht Konzentration und das ist anstrengend. Ich will mich gedanklich nicht immer anstrengen.
- Es muss an so vieles Anderes gedacht werden.
- Wenn ich konzentriert an der Lösung einer Aufgabe arbeite (z.B. im Beruf), dann kann ich nicht gleichzeitig beten.
- Es fällt mir so schwer im Gebet zu bleiben, weil meine Gedanken ständig von anderen Dingen abgelenkt werden.
- Immer wieder beten, engt mich in meinen Gedanken ein.
- Ich weiß, dass Beten wichtig ist, aber es macht mir keine Freude, deshalb ist es für mich Pflicht.
- Es braucht jedes Mal so viel Überwindung, ins Gebet zu gehen.
- Viele andere Dinge machen mir einfach mehr Spaß.
- Ich weiß nicht so recht, für was ich beten soll. Darum bete ich immer das Gleiche und das ist langweilig.
- Beten ist anstrengend und jede Anstrengung empfinde ich als Pflicht.
- Irgendwie bin ich in der Gegenwart meiner Verwandten blockiert, weiß aber nicht warum.
- Zu viele Verletzungen und Erinnerungen sind hier vorhanden, als das ich mit meinen Verwandten beten könnte.
- Das Verhältnis dafür, ist zu angespannt.
- Meine Verwandten würden mich als Heuchler empfinden, wenn ich mit ihnen beten würde.
- Wir haben nicht die gleiche "Wellenlänge".
- Etliche sind mir unsympathisch und deshalb spüre ich einen Aberwillen, wenn ich mit Ihnen beten müsste.
- Alte Verletzungen hindern mich daran.
Mögliche Lösungen:
Über mögliche Lösungen soll jeder selber im Gebet und anhand der Bibel nachdenken. Die Antworten, die auf uns zutreffen (Beispiele siehe oben), dürfen wir vor Gott ausbreiten und ihm hinlegen. Ein ehrliches Offen-legen aller Probleme und ein Stille-werden vor Gott und das Warten auf Gottes Reden, ist in vielen Fällen der Schlüssel zur Lösung der Probleme. Während dieses Prozesses darf man auch immer wieder darüber nachdenken, ob es in der Bibel ähnliche Situationen gab und wie damit umgegangen wurde. Dieses Suchen lässt nicht selten die Antworten finden, wenn es auch in etlichen Fällen große Geduld braucht.
Mögliche praktische Anwendung:
Auch hier gilt es, selbst darüber nachzudenken und im Gebet Gott zu fragen, wie das Erkannte angewandt werden kann. Manchmal ist es auch wertvoll, in der Gemeinschaft mit anderen, über die praktische Umsetzung auszutauschen.
Grundlage
Der Schöpfer ist unser Vater und Er hört
Der Gott der Bibel ist nicht nur der Schöpfer des Universums, er ist nicht nur der allmächtige Gott, dem gar nichts entgleitet, sondern er ist auch unser himmlischer Vater. Von ihm kommt jede Vaterschaft (Eph 3:15). Da er ohne jeden Zweifel auch ein vollkommen liebender Vater ist (1Jo 3:1), dürfen wir auch wissen, dass er ununterbrochen auf uns Acht gibt und nur das Beste für uns will. Allerdings wissen wir vielfach nicht, was das Beste für uns ist. Wir meinen oft, das Beste sei nur das Schöne und das Angenehme. Doch das Beste für uns ist, wenn wir in sein Bild verwandelt werden. Was heißt das aber anderes, als dass wir in sein liebevolles Wesen verwandelt werden (2Kor 3:18). Das wiederum, geschieht nur dann, wenn wir auch schwere Wege geführt werden, die wir nicht als angenehm empfinden.
Daraus ergibt sich aber auch der logische Schluss, dass unser Vater nur das erhört, was wir im Namen Jesu (in seinem Auftrag, in seinem Willen) bitten, während dem er das, was wir in unserem eigenen Namen (selbstsüchtiges und eigenes Gutdünken) bitten, in vielen Fällen nicht erhört, weil es uns - aus Sicht der Ewigkeit - schaden würde! Manchmal erhört Gott aber auch solche Gebete, weil er uns dadurch in Lernprozesse führt, in denen wir immer mehr zu der Einsicht kommen, dass nur sein Wille für uns das Beste ist. Eins kann aber in jedem Fall gesagt werden:
- Wenn Gott unsere Wünsche nicht erfüllt, dann hat er etwas Besseres vor !
Jesus sagt:
- ELB Mt 7:7 - Bittet, und es wird euch gegeben werden; sucht, und ihr werdet finden; klopft an, und es wird euch geöffnet werden!
Diese Aussage könnte dahingehend falsch verstanden werden, dass der Hörer dieses Wortes davon ausgeht, alles zu bekommen, worum er Gott bittet! An einer anderen Stelle wird auch deutlich, was mit diesem Gegeben-werden zusammenhängt:
- ELB Joh 15:16 - Ihr habt nicht mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und euch dazu bestimmt, dass ihr hingeht und Frucht bringt und eure Frucht bleibe, damit, was ihr den Vater bitten werdet in meinem Namen, er euch gebe.
Wir können nur dann in seinem Namen bitten, wenn wir auch in seinem Auftrag bitten. Jeder Botschafter, der im Namen seiner Regierung Wünsche vorbringt, tut dies auch im Auftrag seiner Regierung (sofern er nicht eigenmächtig handelt). Wenn wir also in seinem Namen bitten wollen, müssen wir zuvor auch wissen, was in seinem Sinn ist und ob es seinem Willen entspricht. Auf Gott, den Vater hören (im Gebet und im Studieren seines Wortes), ist also eine unabdingbare Voraussetzung, um richtig bitten zu können. Wie bereits erwähnt, hört uns Gott immer und überall, aber er erhört uns nicht immer. Das tut er immer dann, wenn die Nichterhörung weit Besseres bewirkt, als die Erhörung. Hier ist natürlich das Bessere aus der Sicht Gottes gemeint, das, was von der Ewigkeit her gesehen besser ist. Weil wir oft nicht wissen, was das Beste für uns und unsere Mitmenschen ist, hat uns Gott Jemanden zur Seite gegeben:
- ELB Röm 8:26 - Ebenso aber nimmt auch der Geist sich unserer Schwachheit an; denn wir wissen nicht, was wir bitten sollen, wie es sich gebührt, aber der Geist selbst verwendet sich für uns in unaussprechlichen Seufzern.
Es wäre aber auch durchaus möglich, dass Gott uns eine gewisse Zeit deshalb nicht erhört, weil wir nicht auf ihn hören! An dieser Stelle dürfen wir uns fragen, ob wir immer wieder die Bereitschaft aufbringen, wirklich auf ihn zu hören?
Das "Vater unser"
Längst nicht allen Gläubigen ist auch bewusst, dass man mit Gott wirklich alles besprechen kann. Das Sprechen mit Gott, muss nicht nach einer ganz bestimmten Formel ablaufen. Die Bibel berichtet uns von vielen Gebeten und jedes Gebet ist wieder anders. Das "Vaterunser" ist eine Richtschnur für ein Gebet. Jesus hat dieses Gebet nicht deshalb gegeben, damit wir zu Gott immer diese gleichen Sätze sagen, sondern damit wir erkennen, was ein Gebet beinhalten soll (Mt 6:9-13):
- Unser Vater: Die ganz persönliche Ansprache, die uns deutlich machen soll, dass wir immer und überall einen direkten Zugang zum himmlischen Vater haben dürfen. Es zeigt uns, dass wir zum allmächtigen Gott durch Jesus Christus, ein Vater-Sohn-Verhältnis haben dürfen. Dieser "Zugang" ist weit mehr, als eine Audienz bei einem König!
- der du bist in den Himmeln: Wir sollen uns im Gebet immer wieder daran erinnern, dass der Vater in den Himmeln ist, dass er "oben" ist und dass er über allen steht, denn er ist grösser als alle und als alles (Joh 10:29)! Er steht über jeder Situation unseres Lebens. Er gebietet den Geistern und für ihn ist gar nichts unmöglich!
- geheiligt werde dein Name: Sein Name soll auch in unserem Leben geheiligt werden. Dazu gehört, dass wir ihm in allen Dingen die Ehre geben, dass sein Name durch unser Leben nicht verunglimpft wird, dass durch unser Reden und Handeln deutlich wird: Gott ist ein Geweihter, einer, der sich vom Prinzip dieser Welt abgesondert hat, indem er die liebt, die ihn hassen und indem er die segnet, die ihm fluchen.
- dein Reich komme: Wir heißen deine Gegenwart willkommen, wir möchten, dass du unter uns regierst, dass du die Maßstäbe für unser Leben setzt. Schenk, dass wir uns deinem Regieren unterordnen. Wir wollen nicht selbst über unser Leben bestimmen. Die Gesetze deiner Königsherrschaft (die aus der Liebe entspringen) sollen unser Leben bestimmen.
- dein Wille geschehe: Der Beter möchte, dass sein Wille geschieht, weil er weiß, dass nur sein Wille, das absolut Beste für uns alle ist. Er ist auch dann der Beste, wenn es bedeuten sollte, dass wir schwach werden oder mit Bedrängnissen konfrontiert werden. Haben wir tatsächlich ein "JA" zu seinem Willen und das in allen Teilen unseres Lebens?
- wie im Himmel so auch auf Erden: Sein Wille soll sich überall auswirken, weil nur sein Wille auch das Beste für Himmel und Erde ist. Der geheime Wille Gottes (siehe hier) geschieht überall, aber der geoffenbarte Wille Gottes (siehe hier) wird erst dann in allen Teilen Realität, wenn sich die Geschöpfe, dem Willen Gottes freiwillig unterordnen.
- Unser tägliches Brot gib uns heute: Mit dieser Bitte wird dem Beter bewusst, dass Gott der Geber aller guten Gaben ist. Es liegt an seinem Segen, ob wir das irdische Brot essen können und er gibt uns auch das wahre Lebensbrot aus dem Himmel (Joh 6:41). Wir sind von ihm abhängig. Wer also diese Bitte ausspricht, erwartet die Nahrung von Gott, der uns die Frucht des Feldes wachsen lässt.
- und vergib uns unsere Schulden: Es muss dem Beter immer auch bewusst sein, dass er vor Gott schuldig ist. Wer meint, er sei vor Gott nicht schuldig geworden, der ist verblendet und kennt die Anforderungen Gottes nicht. Mit diesem Satz wird auch klar, dass wir vor Gott, aus uns selbst, nicht bestehen können, sondern dass wir ganz von seiner Gnade und Barmherzigkeit abhängig sind. Vor Gott können wir nur mit seiner Vergebung leben.
- wie auch wir unseren Schuldnern vergeben haben: Auch hier soll dem Beter klar werden, dass er seinen Schuldnern zu vergeben hat. Man kann Gott nicht um seine Vergebung und Gnade bitten und gleichzeitig seinem Mitmenschen nicht vergeben. Der Beter soll ein Vergebender sein.
- und führe uns nicht in Versuchung: Hier soll dem Beter bewusst werden, dass er aus eigener Kraft nicht in der Lage ist, in einer Versuchung treu zu bleiben. Die Selbstüberschätzung des Petrus (Mt 26:35), dürfte mitunter auch ein Grund für die Versuchung gewesen sein, den Herrn zu verleugnen (Mt 26:73-75).
- sondern errette uns von dem Bösen!: Nur Gott allein kann uns vor dem Bösen erretten! Ohne seine Rettung kommen wir unweigerlich in die Fänge des Bösen und dadurch auch in den Tod! Er ist der einzig bleibend rettende Gott (Jes 45:21).
- Den folgenden Satz finden wir nur im byzantinischen Text: Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.: Nur sein Reich und seine Kraft und Herrlichkeit, hat auch in künftigen Zeitaltern bestand. Alle anderen Reiche und alle andere Herrlichkeiten werden vergehen, aber sein Reich vergeht nicht!
Beim "Vaterunser" geht es also darum, dass der Beter sich den Inhalt bewusst macht und danach lebt. Wer um diesen Inhalt weiß, kann dafür auch ganz andere Worte gebrauchen, wenn er betet. Für Gott sind diese Inhalte also sehr wichtig und wir tun gut daran, wenn wir diese Inhalte in unseren Gebeten nicht aus den Augen verlieren. Im Gebet geht es also um folgende Aspekte:
- Um die Ehre Gottes.
- Darum, dass unser Wille mit seinem Willen in Übereinstimmung kommt.
- Um das Bewusstsein, in allen Teilen vom ihm abhängig zu sein.
- Darum, dass nur bei ihm allein die ewige Zukunft liegt.
Diese Aspekte sollten in jedem Gebet oberste Priorität haben. Das bedeutet aber nicht, dass wir mit Gott nicht auch alles besprechen könnten, was uns bewegt. Es gibt kein Gefühl, kein Gedanke, den wir ihm nicht sagen könnten, aber wenn wir vor lauter Bitten und Jammern nicht mehr an die Ehre Gottes denken und nicht nach seinem Willen fragen, dann sind die Prioritäten falsch gesetzt.
Sowohl für die Propheten, als auch für die Psalmisten gab es vor Gott keine Tabu-Themen, denn sie wussten, dass Gott über alle ihre Gefühle und Bedenken genauestens Bescheid wusste.
Jona brachte vor Gott seinen ganzen Ärger über die Barmherzigkeit Gottes zum Ausdruck (Jon 4:1-2), obwohl er nicht berechtigt war.
Jeremia hatte den Eindruck, dass er von Gott, für einen sehr undankbaren Auftrag betört wurde und er sagte es ihm auch (Jer 20).
Der Psalmist aus Ps 43 fragt Gott, warum er ihn verstoßen habe?
Wir dürfen alles, wirklich alles mit unserem Gott bereden! Ob das unsere Freude, der Frust, die Traurigkeit, das Unverständnis oder unser Glück betrifft; alles dürfen wir mit Gott teilen. Wer solches tut, kommt in ganz wichtige Denkprozesse hinein, die uns ganz neue Sichtweisen erschließen. Der Apostel Paulus empfiehlt uns dabei Folgendes:
- Phil 4:6-7 - Seid um nichts besorgt, sondern in allem sollen durch Gebet und Flehen mit Danksagung eure Anliegen vor Gott kundwerden; 7 und der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken bewahren in Christus Jesus.
Voraussetzungen
Wer betet muss glauben, dass Gott hört
Wer betet, naht sich Gott! Der Betende geht auf Gott zu, er versucht mit ihm in Verbindung zu treten. Wer betet und wer sich Gott naht, muss glauben.
- ELB Hebr 11:6 - Ohne Glauben aber ist es unmöglich, ihm wohlzugefallen; denn wer Gott naht, muss glauben, dass er ist und denen, die ihn suchen, ein Belohner sein wird.
Die betenden Männer sollen nicht daran zweifeln, dass die Gebete etwas bewirken. Darum schreibt Paulus:
- ELB 1Tim 2:8 - Ich will nun, dass die Männer an jedem Ort beten, indem sie heilige Hände aufheben, ohne Zorn und zweifelnde Überlegung,
Ein ehrliches Gebet bewirkt immer, dass wir oder andere dem göttlichen Ziel etwas näher kommen. Es bewirkt immer Segen, aber oft nicht so, wie wir es uns vorgestellt haben. Ein Beispiel:
Eine Gemeinde bittet für die Heilung eines krebskranken Bruders. Trotz allen aufrichtigen Gebeten, stirbt der Bruder! Einige sind vielleicht von Gott enttäuscht und haben von ihrer "Gebetsarbeit" einen anderen Ausgang erwartet. Etliche empfinden diesen Ausgang als geistlichen Rückschlag und folgern daraus, dass Gott nur wenige Gebete erhört.
Ich bin der festen Überzeugung, dass in diesem Fall die ehrlichen Gebete besser erhört wurden, als die Betreffenden das im ersten Moment empfinden. Der verstorbene Bruder wurde nicht nur von seiner Krankheit befreit, sondern auch von seinem sterblichen Leib. Er durfte abscheiden um bei Christus zu sein, und das ist weit besser (Phil 1:23)!
Es ist eine unumstößliche Tatsache, dass der Herr hört. Er hört gerade diejenigen, die in Not sind und sich vielleicht schon seit geraumer Zeit eine Verbesserung ihrer Umstände erhofft haben.
- ELB Ps 69:34 - Denn der HERR hört auf die Armen, und seine Gefangenen verachtet er nicht.
Wer betet muss glauben, dass Gott handelt
Wie ich bereits deutlich machen durfte, wird Gott bei einem ehrlichen und aufrichtigen Gebet immer Handeln, aber meist nicht so, wie wir uns das vorstellen und oft nicht dann, wann wir denken, dass er handeln sollte.
Weil Gott oft nicht so handelt, wie wir denken, kommen wir manchmal dummerweise zu dem Schluss: "Gott erhört mich nicht und er reagiert nur sehr selten auf meine Gebete und deshalb zweifle ich sehr viel daran, dass er überhaupt handelt!"
- Nie müssen wir daran zweifeln, dass Gott uns hört und dass er auch wirklich so handelt, wie es für uns am Besten ist!
Trotz diesem Wissen, haben wir manchmal den Eindruck, dass die Gebete nur „bis an die Decke“ reichen. Das liegt nicht daran, dass die Gebete zu wenig perfekt wären und auch nicht daran, dass wir zu wenig wissen. Gott erhört auch Gebete von Kindern oder geistig behinderten Menschen, die kaum theologische Zusammenhänge begreifen können. Es sind ganz andere Faktoren, die für die Erhörung eines Gebetes ausschlaggebend sind. Es gibt positive Voraussetzungen, die eine Erhörung des Gebetes ermöglichen (natürlich nur dann, wenn es auch dem Willen Gottes entspricht) und es gibt negative Voraussetzungen, die eine Erhörung des Gebetes blockieren.
Positive Voraussetzungen für ein Gott wohlgefälliges Gebet?
Ganz ehrlich sein
Als der Pharisäer zu Gott betete und sagte, dass er nicht so schlimm sei, wie die Zöllner und Huren, da entsprach das auf den ersten Blick der Wahrheit (Lk 18:11-12). Bei oberflächlicher Betrachtung hätte man dem Pharisäer recht geben und ihm auch attestieren müssen: "Was er sagt, stimmt!" Trotzdem war er vor Gott nicht ehrlich und deshalb auch nicht in der Wahrheit. Was hat der Pharisäer gemacht? Er hat sein Verhalten mit dem Verhalten anderer verglichen und dabei für sich selbst festgestellt: "Ich bin besser als andere und ich kann mit mir selbst sehr zufrieden sein!" Jesus sagt:
- Joh 8:31-32 - Wenn ihr in meinem Wort bleibt, so seid ihr wahrhaft meine Jünger; 32 und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.
Wenn er in der Wahrheit gewesen wäre, dann hätte er seinen Zustand vor Gott geprüft, sein Handeln und seine Herzenshaltung anhand der Bibel gemessen. Bei dieser Selbstprüfung hätte er erkennen können, dass er den Anforderungen Gottes ebenfalls nicht genügen kann und genauso wie der Zöllner, auch vollständig auf die Gnade Gottes angewiesen ist. Bei ehrlicher Selbstprüfung hätte er seinen Hochmut entdeckt, der in den Augen Gottes ein Gräuel ist (Spr 16:5) und er hätte auch erkannt, dass er überhaupt nicht barmherzig ist, so wie geschrieben steht:
- Sach 7:9-10 - So spricht der HERR der Heerscharen: Fällt zuverlässigen Rechtsspruch und erweist Güte und Barmherzigkeit einer dem anderen! 10 Und bedrückt nicht die Witwe und die Waise, den Fremden und den Elenden! Und ersinnt nicht gegeneinander Unglück in euren Herzen!
Der Zöllner war vor Gott ganz ehrlich, obwohl seine Vergangenheit sehr düster war und er wurde erhört! Der Pharisäer war vor Gott nicht ehrlich, sondern verglich sein Verhalten mit dem Verhalten anderer und deshalb ging er auch nicht gerechtfertigt hinab.
Auf Gott vertrauen und glauben, dass er in jedem Fall das Beste für mich geplant hat
Wer betet und nicht davon überzeugt ist, dass Gott es in allen Teilen gut mit uns meint (auch dann, wenn er uns anders führt, als wie wir uns das vorgestellt haben), der betet nur "bis zur Zimmerdecke". Man hat eine "Form der Gottseligkeit" (w. Wohlehren), aber deren Kraft verleugnet man, so wie wir auch im 2. Timotheusbrief lesen:
- 2Tim 3:4b-5 - ... mehr das Vergnügen liebend als Gott, 5 die eine Form der Gottseligkeit haben, deren Kraft aber verleugnen. Und von diesen wende dich weg!
Wer betet muss auch vertrauen, dass Gott ein Belohner sein wird, wenn man sich ihm naht. Im Gebet nahen wir uns Gott:
- Hebr 11:6 - Ohne Glauben (ohne Vertrauen, ohne Treue) aber ist es unmöglich, ihm wohlzugefallen; denn wer Gott naht, muss glauben, dass er ist und denen, die ihn suchen, ein Belohner sein wird.
Die Bereitschaft, sich von Gott korrigieren zu lassen
Solange wir hier auf Erden sind, haben wir nie ausgelernt! Auch wenn wir ein allen überragendes Bibelwissen haben, so brauchen wir doch, bis ins hohe Alter Korrektur. In erster Linie sollten wir uns immer von Gottes Wort korrigieren lassen, von seinem Heiligen Geist; dann aber auch von den Geschwistern und manchmal brauchen wir sogar Korrektur von Mitmenschen, die nicht im Glauben stehen! Es gibt auch Situationen, wo wir von jüngeren und unerfahrenen Geschwistern, mit weniger Bibelwissen, Korrektur brauchen. Selbstverständlich muss jede Kritik auch immer anhand der Bibel geprüft werden und so kann es sein, dass man zu dem Schluss kommt, dass die Kritik des andern unberechtigt ist.
Allerdings kann auch eine unberechtigte Kritik, Anlass für eine geringfügige Korrektur sein. So wäre es durchaus denkbar, dass mein Kritiker eine Ausrichtung vertritt, die biblisch zwar nicht korrekt ist, die aber dazu führen kann, dass ich meine Ausrichtung noch optimieren kann, obwohl meine Ausrichtung dem Optimum näher ist. Die nachfolgende Grafik soll das verdeutlichen:
In der Praxis ist es leider oft so, dass wir sehr viele Fehler in den anderen Glaubensgemeinschaften sehen (wohlgemerkt auch bei Solchen, die Jesus Christus ebenfalls als Mittelpunkt ihres Lebens haben). Weil wir diese Fehler sehen, denken wir vielfach, dass wir von solchen Christen nichts mehr lernen können und schon gar nicht korrigieren lassen müssen. Das ist ein fataler Fehler! Hier handelt es sich um das Gleiche wie Jesus einst sagte:
- Mt 7:4 - Oder wie wirst du zu deinem Bruder sagen: Erlaube, ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen; und siehe, der Balken ist in deinem Auge?
Wie der Pharisäer, wiegen wir uns in einer falschen und unseligen Selbstsicherheit und es kommt zu einer Stagnation des Glaubenslebens, die dann mit der Zeit zu einem Rückschritt wird. In dieser Haltung verliert man auch immer mehr die Gottesfurcht. Satan möchte uns so gerne das Gift der Selbstzufriedenheit einflössen, damit wir hochmütig werden und dann zu Fall kommen. Auch übermäßig großes Bibelwissen schützt nicht vor dieser Gefahr! Nur die Demut allein, bewahrt uns vor einem solchen Fall!
Fragen / Probleme:
- Darf Jesus Christus mein Leben wirklich in allen Teilen bestimmen?
- Was würde es für mich bedeuten, wenn Gott mir deutlich macht, dass ich gewisse Gewohnheiten, Traditionen, Systeme und Festlegungen ablegen soll?
- Kann Gott wirklich in alle Bereiche meines Lebens hineinreden? (Siehe Lebensbereiche)
- Habe ich auch die Bereitschaft, mich von anderen Menschen korrigieren zu lassen, auch wenn diese vielleicht noch nicht "so weit" sind, wie ich?
Mögliche Antworten:
Mögliche Lösungen:
Mögliche Anwendungen:
Akzeptieren, wenn Gott meine Pläne durchkreuzt
Die Erfahrung, dass uns Gott sehr oft anders führt, als wie wir uns das vorstellen, entspricht nicht nur der einschlägigen Erfahrung von Christen, sondern sie ist auch biblisch abgedeckt. Indirekt kommt dies auch in den Sprüchen zum Ausdruck, wo es heißt:
- Spr 16:9 - Das Herz des Menschen plant seinen Weg, aber der HERR lenkt seine Schritte.
Manchmal fangen Christen an zu zweifeln, ob Gott überhaupt auf sie hört, wenn er ihre Wünsche nicht erfüllt. Ein aufrichtiges, ehrliches und demütiges Gebet hört Gott immer. Nur wirkt sich die Erhörung des Gebetes oft anders aus, als wir uns das vorstellen.
- Die Variante Gottes ist für uns immer die Bessere!
Wenn Gott also unsere Vorstellungen und Wünsche nicht in Erfüllung gehen lässt, müssen wir nicht daran zweifeln, ob Gott uns hört, sondern dürfen mit freudiger Erwartung auf die bessere Lösung Gottes warten.
Eine fehlende Gebetserhörung, kann aber auch ein Hinweis darauf sein, dass wir noch eine falsche Ausrichtung haben und diese korrigieren sollten. Wenn Gott unsere Pläne durchkreuzt, dann kann das folgende Gründe haben:
- Wir haben falsche Erwartungen und Wünsche! Hier dürfen wir getrost und freudig auf die bessere Lösung Gottes warten.
- Gott möchte, dass wir unser Denken und unsere Ausrichtung überprüfen und gegebenenfalls anhand der Bibel korrigieren.
- Gott erhört uns nicht, weil wir nicht ganz ehrlich sind, weil wir hochmütig auf andere runterschauen, weil wir egoistische Beweggründe haben oder weil wir unsere eigene Ehre suchen.
Prüfen wir also, was auf uns zutreffen könnte! Das nächste Kapitel soll die einzelnen Punkte noch ein bisschen näher beleuchten.
Negative Voraussetzungen, die eine Gebetserhörung verhindern
Eine fehlende Gebetserhörung ist nicht immer auf "negative Voraussetzungen" zurückzuführen. Das dreifache Gebet des Apostels Paulus blieb nicht deshalb "unerhört", weil im Leben des Apostels etwas nicht stimmte, sondern weil Gott mit ihm noch einen besseren Plan hatte, als er es sich vorstellte. Allerdings hat Paulus solange den Herrn angerufen, bis er über dieser Sache Klarheit hatte. Er hat nicht vorzeitig aufgegeben und gesagt: "Ach der Herr erhört mich nicht, Beten hat ja doch keinen Sinn!" Er blieb „dran“, bis ihm klar wurde, weshalb ihn das ganze Ungemach traf:
- 2Kor 12:7b-9 - Darum, damit ich mich nicht überhebe, wurde mir ein Dorn für das Fleisch gegeben, ein Engel Satans, dass er mich mit Fäusten schlage, damit ich mich nicht überhebe. 8 Um dessentwillen habe ich dreimal den Herrn angerufen, dass er von mir ablassen möge. 9 Und er hat zu mir gesagt: Meine Gnade genügt dir, denn meine Kraft kommt in Schwachheit zur Vollendung. Sehr gerne will ich mich nun vielmehr meiner Schwachheiten rühmen, damit die Kraft Christi bei mir wohne.
Nachdem Paulus Klarheit über diese Sache hatte, konnte er das Schwere in seinem Leben akzeptieren. Er konnte in seinem geistlichen Wachstum einen wesentlichen Schritt weitergehen.
Wenn Gott unser Gebet nicht erhört, kann das aber auch andere Gründe haben. Diese möchte ich nun in den nächsten Punkten auflisten:
Mangelnder Gehorsam
Wenn wir dem Worte Gottes nicht gehorchen, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass Gott sich zurückzieht. Saul gehorchte den Anordungen Samuels nicht und opferte voreilig. Das führte dazu, dass Gott sich zurückzog und das Königtum Israels einem Anderen gab (1Sam 13:9-14). Manchmal legt uns der Herr auch etwas aufs Herz, doch wir wollen dies aber partout nicht tun, weil wir etwas nicht loslassen wollen, weil für uns das Vergnügen, die Ehre oder der Genuss wichtiger ist. Mangelnder Gehorsam gegenüber dem Wort Gottes kann sich sehr unterschiedlich äußern.
- Einen Punkt finden wir da, wo man Teile der Bibel als ungültig erklärt, indem man sagt, dass gewisse Abschnitte nicht wirklich von Gott stammen. Hier bestimmt der menschliche Verstand, das persönliche Intellekt, was Gott gesagt hat und was nicht. Als Konsequenz müsste jeder seinen eigenen Bibelkanon schreiben. Doch hier spielt der Glaube eine zentrale Rolle, der Glaube nämlich, dass Gott über seinem Wort gewacht hat. Wer einen eigenen Kanon definieren will, bezeugt dadurch, dass Gott nicht über seinem Wort gewacht hat und es bewusst zuließ, dass fremde Elemente in sein Wort gekommen sind oder dass Teile seiner Worte aus der Bibel weggenommen wurden. Wenn jedes Intellekt selber bestimmen müsste, welche Texte zum Wort Gottes gehören und welche nicht, dann würde ein unüberschaubares Chaos entstehen und eine Orientierung wäre absolut nicht mehr möglich. Von diesem Virus sind vermutlich noch nicht so viele Gläubige befallen. Der nächste Punkt ist ein viel raffinierteres Gift.
- Die erste Verführung am Menschen lautete wie folgt: "Hat Gott wirklich gesagt ... (1Mo 3:1)?" Die meisten Christen, mit einer lebendigen Beziehung zu Jesus Christus, zweifeln nicht daran, dass die heutige Bibel mit ihren 66 Büchern das Wort Gottes ist. Aber einige Gläubige sind davon überzeugt, dass etliche Teile dieser Bibel für sie keine Bedeutung mehr haben, indem sie sagen: "Die Aussagen des Alten Testamentes und auch etliche Aussagen aus den Evangelien gelten uns nicht mehr! Sie haben für uns keine Bedeutung mehr!" Hier finden wir dieselbe Verführung wie damals: "Hat Gott wirklich zu dir gesagt ...?" Es ist klar, dass die Anweisung für eine buchstäbliche Beschneidung der Vorhaut, für Christen aus den Nationen, nicht mehr ausgeführt werden soll (siehe Galaterbrief). Die buchstäbliche Beschneidung ist ein Sinnbild für die Beschneidung des Herzens (Röm 2:29). Ebenso klar ist auch, dass wir als Christen keine Tieropfer mehr darbringen müssen (siehe Hebräerbrief). Die Tieropfer des Alten Testamentes sind häufig ein Sinnbild auf das Opfer Jesu Christi und deshalb sind sie auch für uns heute noch interessant, weil uns dann das Opferlamm Gottes (Joh 1:29) noch grösser werden darf. Wenn also die Bibel selbst, gewisse Handlungen aufhebt oder wenn sie selbst den ersten Bund aufhebt (Hebr 8:13), dann dürfen wir wissen, dass wir diese Dinge rein äußerlich nicht mehr einhalten sollen. Aber wenn die Bibel etwas nicht explizit aufhebt, dann hat es nach wie vor, volle Gültigkeit! Wer die Evangelien und die "nicht-paulinischen Briefe", für uns über weite Strecken, als nicht relevant erklärt, sagt das, was auch schon bei der ersten Verführung gesagt wurde: "Hat Gott das, was hier steht, wirklich zu dir gesagt?" Unangenehme Textstellen aus den Evangelien oder aus den nicht-paulinischen Briefen, kann man dann erfolgreich verdrängen. Auch hier ist man dem Satan "auf den Leim" gegangen, weil man gewisse Teile des Wortes Gottes für sich persönlich ausschalten konnte. In Bezug auf die Einhaltung des Gesetzes darf noch Folgendes angemerkt werden: Unser "Tun" ist das bestätigende Zeugnis unseres Glaubens. Wir "tun" es allerdings nicht, weil wir gerettet werden wollen oder vor Gott "gut dastehen" wollen, sondern weil wir in Christus bereits alles haben und aus Nächstenliebe "reich an guten Werken" sein wollen (1Tim 6:18).
Unser Beweggrund für das Tun, ist Dankbarkeit für alles Erhaltene. Ich sage dies nicht deshalb, weil ich die Geschwister mit der eben genannten Ansicht verachten würde, denn ich dachte früher genauso. Ich habe tiefes Verständnis für diese Ansicht, aber heute sehe ich sie als sehr gefährlich an!
Selbstsüchtige Motive
Wer sich eine Gebetserhörung nur deshalb wünscht, weil er das Leben mehr genießen will, muss sich nicht wundern, wenn Gott auf das Gebet nicht eingeht. Was lieben wir mehr? Gott oder das Vergnügen (2Tim 3:4)? Diese Frage sollte sich jeder Christ selbstkritisch stellen. Ob selbstsüchtige Motive eine Rolle spielen, kann man dann feststellen, wenn man auch folgende Fragen ganz ehrlich für sich selbst beantwortet:
- Geht es mehr um meine Ehre oder geht es um Gottes Ehre?
- Geht es mehr um meinen Genuss oder geht es um die Verherrlichung Gottes?
- Was würde eine Gebetserhörung bei mir auslösen? Freude über Gottes einwirken oder Stolz darüber, dass ich „den Arm Gottes“ bewegen konnte?
Hochmut
Das Gebet des hochmütigen Pharisäers fand bei Gott kein Gehör (Lk 18:11). Gott sagt mehrfach, dass er dem Hochmütigen widersteht (Jak 4:6 / 1Petr 5:5). Dieser Widerstand Gottes bedeutet auch, dass Gott auf die Anliegen des Hochmütigen nicht eingeht, ihn auch nicht erhört. Eine Selbstprüfung kann ebenfalls mit einer aufrichtigen Beantwortung folgender Fragen durchgeführt werden:
- Gibt es Geschwister, Gemeinden oder Menschen, die ich geringer achte als mich?
- Gibt es Menschen, die ich verachte?
- Empfinde ich meine religiösen Leistungen und meine frommen Werke als überdurchschnittlich gut?
- Denke ich von Menschen, die in ihrem Leben scheinbar weniger geleistet haben als ich, dass sie es nicht so gut angepackt haben wie ich?
Wenn ich hier, eine oder mehrere Fragen ganz ehrlich mit "Ja" beantworten muss, dann steckt auch immer noch Hochmut in mir! Allerdings habe ich auch meine Zweifel, ob es irgendeinen Menschen aus Fleisch und Blut gibt, der von Hochmut vollständig befreit ist. Selbst ein Apostel Paulus brauchte einen Engel Satans, damit er sich nicht überhob. Durch die Schwachheit und die Bedrängnis konnte er vielleicht fast "100-prozentig" demütig werden; ich weiß es nicht! Es ist jedoch ein großer Unterschied ob noch 10% oder 90% Prozent Hochmut in mir steckt. Auf jeden Fall gilt Folgendes:
- Wir sollten vor unserem Hochmut viel mehr Angst haben, als davor, dass wir einen Fehler machen!
- ELB Spr 16:18 - Vor dem Verderben kommt Stolz, und Hochmut vor dem Fall.
- ELB Ps 119:67 - Bevor ich gedemütigt wurde, irrte ich. Jetzt aber halte ich dein Wort.
Verachtung von Mitmenschen
Wer den Armen verspottet und dadurch auch verachtet, verhöhnt Gott, weil er damit indirekt zum Ausdruck gibt, dass Gott bei diesem Menschen eine "mangelhafte Arbeit" geleistet hat.
- ELB Spr 17:5 - Wer den Armen verspottet, verhöhnt den, der ihn gemacht hat; wer sich über Unglück freut, bleibt nicht ungestraft.
Auch bei einer solchen Haltung muss man sich nicht wundern, wenn Gott sich "taub" stellt.
Man will von anderen gehört werden
Beten sollte nie ein Reden vor den Menschen sein, sondern immer ein Danken, Loben, Bitten und Reden zu Gott! Wenn wir mit anderen zusammen beten, dann sollten wir nicht den Wunsch haben, von anderen gehört zu werden. Wie viele Gebete sind Predigten für andere? Wie viele Gebete sind eine Demonstration der eigenen Frömmigkeit? Wie viele wollen mit ihrem Bibelwissen oder ihren schönen Formulierungen brillieren?
Ein einfaches, vielleicht etwas ungeschicktes und theologisch nicht einwandfreies Gebet, das von Herzen kommt, bewirkt 1'000-mal mehr, als ein perfektes Gebet zur eigenen Ehre. Die aufrichtigen und ehrlichen Gebete von Kindern, geistig behinderten Menschen oder von Anfängern im Glauben, erhört Gott zuweilen viel mehr, als von sogenannt "perfekten Christen". Jesus sagt dazu:
- ELB Mt 6:5-8 - Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht sein wie die Heuchler; denn sie lieben es, in den Synagogen und an den Ecken der Straßen stehend zu beten, damit sie von den Menschen gesehen werden. Wahrlich, ich sage euch, sie haben ihren Lohn dahin. 6 Wenn du aber betest, so geh in deine Kammer, und nachdem du deine Tür geschlossen hast, bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist! Und dein Vater, der im Verborgenen sieht, wird dir vergelten. 7 Wenn ihr aber betet, sollt ihr nicht plappern wie die von den Nationen; denn sie meinen, dass sie um ihres vielen Redens willen erhört werden. 8 Seid ihnen nun nicht gleich! Denn euer Vater weiß, was ihr benötigt, ehe ihr ihn bittet.
Bei den Gebeten der Heuchler handelt es sich um lange und schöngefärbte Gebete, die letztlich der Selbstverherrlichung dienen und nicht zur Ehre Gottes!
Das Gebet, als reine Pflichterfüllung
Es ist zwar eine gute Gewohnheit, wenn wir vor dem Essen beten, wenn wir Morgens, vielleicht auch Mittags und Abends unsere festen Gebetszeiten haben, so wie auch Daniel dreimal am Tag betete (Dan 6:11), aber es besteht die Gefahr, dass das Gebet eine reine Pflichterfüllung wird. Lieber ein kurzes Gebet von Herzen, als ein langes Gebet, das nur aus Pflichtgefühl und ohne jede Freude geführt wird. Wenn wir beten, dann sollten wir uns immer wieder bewusst machen, dass Beten ein unsagbares Vorrecht ist, das Vorrecht nämlich, zu jeder Zeit und über alles mit dem Allmächtigen reden zu können. Wer dieses Vorrecht erkannt hat, der freut sich über das Gebet! Trotzdem erlebe auch ich immer wieder, wie ich das Gebet in meinem Unterbewusstsein als eine Pflichterfüllung empfinde, obwohl sich mein Verstand über das Vorrecht des Gebetes freut. Die Veränderung meines Unterbewusstseins ist ein langwieriger und mühsamer Prozess! So wie die Mutter viele Umdrehungen braucht, bis sie ganz an den Schraubenkopf angedockt hat, so braucht mein Unterbewusstsein die fortwährende "Neuprogrammierung", bis auch mein Unterbewusstsein, unablässig und mit fröhlichem Gemüt in die Gegenwart Gottes tritt. Weil die Gesinnung des Fleisches wider Gott und wider die Gesinnung des Geistes ist (Röm 8:7), existiert auch in Sachen Gebet, über weite Strecken des Glaubenslebens, ein großer Kampf.
Sünden, die man nicht aufgeben will
Beim Thema Sünde (w. Verfehlung) muss Folgendes festgehalten werden. Eine "leichte Sünde" ist vor Gott genauso eine Sünde, wie eine "schwere Sünde". Man hat in jedem Fall das Ziel verfehlt. Beim Halten des Gesetzes gilt auch das, was Jakobus sagt:
- ELB Jak 2:10 - Denn wer das ganze Gesetz hält, aber in einem strauchelt, ist aller Gebote schuldig geworden.
Weil das ganze Gesetz und alle Gebote an der Liebe hängen (Mt 22:37-40) oder am "Gesetz der Liebe", deshalb hat man mit der Missachtung eines Gebotes, auch das Haupt aller Gebote, "du sollst Gott und deinen Nächsten lieben" verletzt. Man ist dadurch dem "Hauptgebot" schuldig geworden. Und so bleibt auch die Sünde eine Zielverfehlung, egal wie groß sie war und weil das so ist, sind wir von Natur aus, vor Gott alle Sünder und Schuldner.
Trotzdem muss man in Bezug auf das Sündigen gewisse Bereiche unterscheiden:
- Wenn wir unsere Sünde als Sünde anerkennen und den innigsten Wunsch haben, von dieser Sünde loszukommen, obwohl es oft nicht geht (Röm 7:15ff), dann bin ich immer noch auf gutem Weg.
- Sehr gefährlich wird es da, wo wir nicht mehr den Wunsch haben, von der Sünde loszukommen, weil wir vielleicht resigniert haben und müde geworden sind oder weil uns die Sünde einfach Spaß macht. In dieser Situation sagt man vielleicht noch, dass das eigene Verhalten Sünde ist, aber man will es eigentlich nicht beenden oder man spielt die Bedeutung der Sünde herunter.
- In der letzten Stufe befindet man sich auf dem Weg zum Abgrund! Natürlich kann uns Gott auch auf diesem Weg zurückrufen und herausführen, aber je bewusster man ihn geht, desto grösser ist die Wahrscheinlichkeit an die Pforten des Todes zu gelangen. Diese dritte Stufe äußert sich darin, dass man Sünde bewusst gut heißt und dass man Sünde rechtfertigt. (Ein bisschen Unehrlichkeit ist ganz ok; Ehebruch ist ganz normal und deshalb auch nicht schlecht; ein guter Geschäftsmann muss seinen Nächsten auch "über den Tisch ziehen" können; Abtreibung ist unser gutes Recht; Geiz ist geil usw.)
Paulus hat also auch erlebt, wie es ist, wenn man etwas nicht will und es trotzdem tut. In dieser Situation erhört Gott trotzdem auch Gebete. Wenn wir aber Sünde nicht aufgeben wollen, dann kann das ein Hindernis für eine Gebetserhörung sein.
Motiv: Gebetserhörung zur eigenen Ehre
Ein Beispiel: Einer meiner Mitmenschen leidet unheilbar an Krebs und befindet sich unmittelbar vor dem Sterben. Als vermeintlich guter Christ bete ich für eine Heilung (ob das in dieser Situation auch sinnvoll ist, bleibt fraglich). Innerlich denke ich vielleicht unbewusst: "Es wäre doch schön, wenn Gott hier Heilung schenken würde, dann würden alle sehen, dass Gott noch Wunder tut. Gleichzeitig hätte das den, für mich angenehmen Nebeneffekt, dass die Mitmenschen erkennen würden, was "mein Heilungsgebet" bewirkt hat. Im tiefsten Innern meines Herzens suche ich auch noch die eigene Ehre und nicht die Ehre Gottes allein. Wenn Christen die Gabe der Heilung geschenkt bekommen haben (1Kor 12:9), dann sollten sie ganz genau darauf achten, dass nur Gott die Ehre gegeben wird. Es darf nie zu einer Verherrlichung des Menschen kommen, der die Gabe des Heilens bekommen hat.
Hier können wir uns fragen: „Beten wir manchmal auch um ein Wunder, in der Hoffnung, dass andere unser "vollmächtiges Gebet" erkennen, damit wir selbst in der Anerkennung steigen oder endlich davon überzeugt sind, dass Gott auch uns erhört?“
Mangelnde Ehrlichkeit vor Gott
Oft betet man zu Gott und sagt ihm das, von dem man denkt, dass Gott es hören möchte. "Gott erwartet von mir jene Rede oder diesen Spruch, aber keine Äußerungen über das, was ich wirklich empfinde! Ich kann Gott doch nicht mit den Abgründen meiner Seele konfrontieren. Ich kann ihm doch nicht sagen, dass ich ein wenig wütend auf ihn bin, dass ich irgendwie enttäuscht bin oder ich kann ihn doch nicht zum hundertsten mal mit der gleichen Sache belästigen."
Da uns Gott durch und durch kennt - besser als wir uns selber - ist es völlig sinnlos, ihm irgendetwas zu verschweigen! Er sieht es ja sowieso! Aber wenn wir ihm sagen, was wir empfinden und wie wir fühlen, dann freut sich Gott, sofern wir im Glauben daran festhalten, dass er es am Ende doch noch besser machen wird, als wir zu denken vermögen. Wir können im Glauben daran festhalten, auch wenn wir die momentane Wegführungen Gottes nicht verstehen können. Bestes Beispiel dafür ist der Prophet Jeremia. Er sagt dem Herrn ganz offen, wie er sich fühlt und dass er mit seinem Auftrag alles andere als glücklich ist und dass es besser gewesen wäre, wenn er gar nie geboren wäre.
- Jer 20:7-10 - HERR, du hast mich betört, und ich habe mich betören lassen. Du hast mich ergriffen und überwältigt. Ich bin zum Gelächter geworden den ganzen Tag, jeder spottet über mich. 8 Denn sooft ich rede, muss ich schreien, «Gewalttat» und «Zerstörung» rufen; denn das Wort des HERRN ist mir zur Verhöhnung und zur Verspottung geworden den ganzen Tag. 9 Und sage ich: Ich will nicht mehr an ihn denken und nicht mehr in seinem Namen reden, so ist es in meinem Herzen wie brennendes Feuer, eingeschlossen in meinen Gebeinen. Und ich habe mich vergeblich abgemüht, es weiter auszuhalten, ich kann nicht mehr! 10 Denn ich habe das Gerede von vielen gehört: Schrecken ringsum! Zeigt ihn an! Wir wollen ihn anzeigen! Alle meine Freunde lauern auf meinen Fall: Vielleicht lässt er sich verleiten, so dass wir ihn überwältigen und unsere Rache an ihm nehmen können.
- Jer 20:14 - Verflucht sei der Tag, an dem ich geboren wurde; der Tag, an dem meine Mutter mich gebar, sei nicht gesegnet!
Das Erstaunliche an diesem Text ist, dass Jeremia trotz dieser Klagen, vom wunderbaren Heilswirken Gottes überzeugt war. Ein Psychiater würde hier vielleicht sagen: "Jeremia war schizophren!" Die Seele Jeremias war verzweifelt und er brachte das vor Gott auch zum Ausdruck, gleichzeitig hielt er im Glauben fest, dass Gott noch Heil bewirken wird, weil er auch in der Vergangenheit die Armen rettete.
- Jer 20:11-13 - Aber der HERR ist mit mir wie ein gewaltiger Held, darum werden meine Verfolger hinstürzen und mich nicht überwältigen. Sie werden völlig zuschanden werden, weil sie nicht verständig gehandelt haben: eine ewige Schande, die nicht vergessen wird. 12 Und du, HERR der Heerscharen, der du den Gerechten prüfst, Nieren und Herz siehst, lasse mich deine Rache an ihnen sehen! Denn dir habe ich meine Rechtssache anvertraut. 13 Singt dem HERRN, lobt den HERRN! Denn er hat die Seele des Armen errettet aus der Hand der Übeltäter.
Wie Jeremia dürfen wir lernen, unserem Gott alles zu sagen: Unsere Frustration, unseren Ärger, unsere Freude, ja alle unsere Empfindungen! Aber gleichzeitig dürfen wir im Vertrauen daran festhalten, dass er uns einen guten Weg führt!
Arten des Gebetes
Das Gebet beschränkt sich nicht nur auf eine Art. Das Gebet darf und soll ganz unterschiedliche Arten aufweisen. Paulus nennt in einem Vers gleich vier:
- 1Tim 2:1 - Ich ermahne nun vor allen Dingen, dass Flehen, Gebete, Fürbitten, Danksagungen getan werden für alle Menschen, ...
Hier sind allerdings nur die Gebetsarten in Bezug auf die Mitmenschen erwähnt. Das Gebet in Bezug auf Gott beinhaltet auch das Loben, Preisen, Danken, Hören, Reden, Klagen und auch "das Herz ausschütten". Jede Art des Gebetes soll seinen Platz haben. Wer nur immer bittet und nie dankt, hat ein einseitiges und ungesundes Gebetsleben. Immer dankbar sein ist gut, aber wenn wir keine Fürbitte tun, dann fehlt uns der Blick für die Mitmenschen. Meines Erachtens gehört zum Gebet auch das Fragen und Suchen. Jeder sieht bei sich selbst, bei den Geschwistern, bei den Familienangehörigen und Mitmenschen Probleme. Der Glaubende sucht in allen anstehenden Fragen und Problemen nach göttlichen Antworten und Lösungen. Das Suchen nach Lösungen findet zu einem großen Teil im Gebet statt. Beten soll keine einseitige Sache sein, sondern eine große Vielfalt beinhalten.
Loben und Preisen
Wer den Herrn lobt, gibt ihm die Ehre und verherrlicht Gott. Damit erfreuen wir ihn, damit bringen wir zum Ausdruck, dass er es gut mit uns meint und damit tun wir ihm auch unsere Liebe kund. Der Psalmist lobt Gott den ganzen Tag oder je nach Übersetzung, wünscht er sich, Gott den ganzen Tag zu loben.
- ELB Ps 35:28 - Und meine Zunge soll hersagen deine Gerechtigkeit, dein Lob den ganzen Tag.
Das Loben Gottes bewirkt nicht nur eine Verherrlichung Gottes, es bewirkt auch eine Freude, die sich wohltuend und heilend auf unsere Seele auswirkt! Der Lobende gibt nicht nur Gott die Ehre, sondern er tut damit sich selbst auch einen Gefallen! Natürlich soll das Loben nie Selbstzweck sein, aber ein echtes Lob bewirkt immer Positives. Das Loben ist gerade auch in schweren Zeiten etwas sehr Wichtiges! Egal was passiert, nie sollten wir das Loben vergessen! Die nachfolgende Aussage, eines mir unbekannten Autoren, darf man sich immer wieder in Erinnerung rufen:
- Loben zieht nach oben und Danken schützt vor Wanken!
Die DBR wiedergibt die Psalmen mit "Lobenden". Diese 150 Kapitel beinhalten also eine Fülle von Lobpreisungen Gottes. Hier wird Gott in fröhlichen, aber auch in sehr schweren Situationen gelobt und gepriesen. Praktisch alle Situationen des Lebens, werden hier mit einem Lob in Verbindung gebracht. Selbst in den allerschwersten Stunden seines Lebens (Ps 22:1-22), fehlt bei David (und auch im übertragenen Sinn bei Jesus) das Lob nicht (Ps 22:23). In der ELB finden wir das Wort "Preisen" immer wieder. In der DBR finden wir dieses Wort im AT nicht. Dort wird dieses Wort wie folgt wiedergegeben: "Erhöhen", "Segnen", "Danken", "Glückseligen", "Bekennen" usw. Wenn wir das Wort "Preisen" benutzen, dann ist hier auf jeden Fall auch ein Loben, ein Verherrlichen und ein Ehren gemeint.
Anbeten / Huldigen
Als Jesus mit der Samariterin ins Gespräch kam, sagte er Folgendes:
- Joh 4:21b - 23 - Frau, glaube mir, es kommt die Stunde, da ihr weder auf diesem Berg, noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet. 22 Ihr betet an, was ihr nicht kennt; wir beten an, was wir kennen, denn das Heil ist aus den Juden. 23 Es kommt aber die Stunde und ist jetzt, da die wahren Anbeter den Vater in Geist und Wahrheit anbeten werden; denn auch der Vater sucht solche als seine Anbeter.
Hier wird deutlich, dass wahre Anbetung nur im Geist und in der Wahrheit möglich ist. "Im Geist" heißt einerseits auch "durch den Geist" oder "mit Hilfe des Geistes Gottes" und andererseits auch "im Sinne des Geistes". Damit macht man sich mit dem Sinnen und Denken des Geistes Gottes eins. Wenn es bei einem Geschöpf soweit ist, dann findet eine Anbetung im Sinne des Geistes statt.
"In der Wahrheit" heißt einerseits "in Christus", weil er die Wahrheit in Person ist (Joh 14:6) und andererseits auch, dass man vor Gott ganz wahr und ganz ehrlich wird, so wie das schon mehrfach erwähnt wurde. Im Laufe der Heilsgeschichte wird die Anbetung ständig zunehmen, bis es einmal soweit sein wird, wie wir es in den Psalmen lesen dürfen:
- ELB Ps 66:4 - Die ganze Erde wird dich anbeten und dir Psalmen singen; sie wird deinen Namen besingen.
- ELB Ps 86:9 - Alle Nationen, die du gemacht hast, werden kommen und vor dir anbeten, Herr, und deinen Namen verherrlichen.
Das gr. Wort für Anbeten (proskuneō; +4352) hat auch etwas mit "Hin kriechen" oder "jemanden küssen" zu tun. Das deutet an, dass man sich bei der Anbetung unter den Herrn erniedrigt, ihm die Ehre gibt, ihm huldigt und sich ihm unterordnet. Das "Küssen" deutet aber auch an, dass man mit ihm in eine intime Gemeinschaft treten will, so wie uns das auch Ps 2 deutlich machen will:
- Ps 2:12 - Küßt den Sohn (den Herrn Jesus Christus), dass er nicht zürne und ihr umkommt auf dem Weg; denn leicht entbrennt sein Zorn. Glücklich alle, die sich bei ihm bergen!
Niederknien / Sich vor Gott beugen
Das Niederknien ist ebenfalls ein Zeichen der Demut. Man bringt dadurch auch zum Ausdruck, dass man ohne Gott nichts ist, dass er immer über uns stehen soll und dass wir von ihm, in allen Dingen ganz und gar abhängig sind.
- ELB Ps 95:6 - Kommt, lasst uns anbeten und uns neigen, lasst uns niederknien vor dem HERRN, der uns gemacht hat.
Für Paulus war es auch immer wieder ein Bedürfnis seine Knie vor Gott zu beugen und ihm die Ehre zu geben.
- Eph 3:14-15 - Deshalb beuge ich meine Knie vor dem Vater, 15 von dem jede Vaterschaft in den Himmeln und auf Erden benannt wird.
Der Vater steht über allen und jeder ist schuldig, sich vor ihm zu beugen. Aber auch vor seinem Sohn und das werden auch alle einmal tun:
- Phil 2:9-10 - Darum hat Gott ihn auch hoch erhoben und ihm den Namen verliehen, der über jeden Namen ist, 10 damit in dem Namen Jesu jedes Knie sich beuge, der Himmlischen und Irdischen und Unterirdischen, ...
Danken
Das Danken hat, wie auch das Loben, im Gebet eine ganz große Bedeutung und sollte gar nie vernachlässigt werden. Der Dankende bringt immer wieder zum Ausdruck, dass er ein von Gott Beschenkter ist, dass er von Gott abhängig ist und dass Gott ihm das gibt, was er braucht. Auch Paulus legt auf das Danken einen sehr großen Wert.
- ELB Eph 5:20 - Sagt allezeit für alles dem Gott und Vater Dank im Namen unseres Herrn Jesus Christus!
Hier wird sogar deutlich, dass es gar nichts gibt, für das wir nicht danken sollten. Wenn hier steht "für alles", dann ist gar nichts ausgenommen! Es ist mir bewusst, dass es unsagbar schwere Schicksalsschläge gibt, für die wir kaum danken können. Manchmal scheint es für die Betroffenen sogar unmöglich zu sein! Wenn man in solchen Situationen trotzdem danken kann, ist der Dank ein richtiges Opfer, aber dann ist es ein Gott wohlgefälliges Opfer.
- ELB Ps 50:23 - Wer Dank opfert, verherrlicht mich und bahnt einen Weg; ihn werde ich das Heil Gottes sehen lassen.
Dieses "Dankopfer" bewirkt gleich Mehreres:
- Gott wird dadurch verherrlicht. Er wird groß gemacht. Damit kommt auch die Kraft Gottes in den Schwachen zum Ausdruck und die Unsichtbarkeit staunt über die Gottergebenheit, trotz unsagbaren Nöten, so wie das auch bei Hiob der Fall war.
- Durch dieses Dankopfer bahnt man sich einen Weg. Es geht weiter, man bleibt nicht stehen, es entstehen entscheidende Prozesse im Leben des Dankenden.
- Der Dankende wird das Heil und die Rettung Gottes sehen. Die Rettung ist also garantiert und sie wird kommen, auch wenn der Dankende nicht weiß, wann das sein wird.
Hören / Sich auf Gott ausrichten
Wahrscheinlich haben sehr wenige Christen die akustische Stimme Gottes je gehört und diejenigen, die sie hörten, auch nur ganz selten. Daher stellt sich die Frage, wie wir im Gebet hören können? Es gibt natürlich keine allgemeingültige Antwort auf diese Frage, aber in vielen Fällen wird es sich so verhalten, dass man sich zuerst einmal ein Reden Gottes wünscht. Das wünscht man sich meist da, wo man keine Klarheit hat oder wo man nicht sicher ist, ob der eingeschlagene Weg auch der Richtige ist. In dieser Situation spricht man vor Gott die Unklarheiten aus, man formuliert sie und "deponiert" sie so vor Gott. Der Suchende bittet dann Gott, er möge ihm doch Hinweise oder Gedanken geben, die seine Fragen beantworten oder die zu einer Gewissheit führen. Dabei kann man u. a. auch versuchen, eine Verbindung von der Bibel zum aktuellen Problem, zur aktuellen Frage herzustellen. Hat man dann plötzlich klare Parallelen entdeckt, macht sich plötzlich die Gewissheit breit, dass Gott zu einem geredet hat.
In der heutigen Zeit ist es eine der größten Herausforderungen, vor Gott "ganz still zu werden". Dieses "Stille-werden" ist aber vielfach eine notwendige Voraussetzung, um auf Gott hören zu können. Als Elia am Horeb war, lesen wir:
- ELB 1Kö 19:12 - Und nach dem Erdbeben ein Feuer, der HERR aber war nicht in dem Feuer. Und nach dem Feuer der Ton eines leisen Wehen (w. die Stimme einer dünnen Stille).
Daraus geht indirekt hervor, dass der Herr in der "Stimme, einer dünnen (zerbrechlichen) Stille" war. Eine Stille die schnell zerbricht, so dass man die Stimme des Herrn nicht mehr hört. In diese Stille zu kommen und eine geistliche Sensibilität für das Wirken des Geistes zu entwickeln, empfinde ich etwas vom Schwersten. Ein Weg dazu, beschreibt uns sicher Paulus, wenn er schreibt:
- Phil 4:6-7 6 Seid um nichts besorgt, sondern in allem sollen durch Gebet und Flehen mit Danksagung eure Anliegen vor Gott kundwerden; 7 und der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken bewahren in Christus Jesus.
Das Allerwichtigste beim Hören auf Gott ist, dass wir sein Wort beachten, dass wir über das Nachdenken, was seine Propheten gesagt haben. Dies kommt immer wieder zum Ausdruck:
- ELB Jer 7:2 - Stell dich in das Tor des Hauses des HERRN, rufe dort dieses Wort aus und sprich: Hört das Wort des HERRN, ganz Juda, die ihr durch diese Tore kommt, um den HERRN anzubeten!
Als Samuel die akustische Stimme Gottes hörte, war auch die Bereitschaft da, weiter ganz genau hinzuhören. Dies ist auch enorm wichtig:
- ELB 1Sam 3:9 - Und Eli sagte zu Samuel: Geh hin, leg dich schlafen! Und so soll es sein, wenn er dich ruft, antworte: Rede, HERR, denn dein Knecht hört! Und Samuel ging hin und legte sich an seinen Ort.
Hörbereitschaft kann auch Unheil abwenden:
- ELB Jer 26:13 - Und nun bessert eure Wege und Taten und hört auf die Stimme des HERRN, eures Gottes: dann wird der HERR sich des Unheils gereuen lassen, das er über euch geredet hat!
Gerade in der Endzeit wird das Hören immer schwieriger und deshalb wird in der Offenbarung achtmal gesagt "Wer ein Ohr hat, höre, ...". Dies zeigt, dass das Hören geübt sein will und die volle Konzentration benötigt.
- ELB Offb 2:7 - Wer ein Ohr hat, höre, was der Geist den Gemeinden sagt! Wer überwindet, dem werde ich zu essen geben von dem Baum des Lebens, welcher in dem Paradies Gottes ist.
- ELB Joh 10:27 - Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir;
Für das gottgemäße Gebet ist auch die Ausrichtung ganz wichtig:
- ELB Dan 9:3 - Und ich richtete mein Gesicht zu Gott, dem Herrn, hin, um ihn mit Gebet und Flehen zu suchen, in Fasten und Sack und Asche.
Sich-auf-Gott-ausrichten bedeutet, den Herrn anschauen, mit seinen ganzen Sinnen auf Gott fixiert zu sein und alles, das uns ablenken könnte, aus dem Weg zu räumen.
Reden / Sprechen
Das Gebet darf auch ein Reden, ein Sprechen mit Gott sein, so wie man mit einem Freund oder einer Geliebten spricht. Je natürliche, je ehrlicher, je offener, je liebevoller, desto besser!
- 2Mo 33:11a - Und der HERR redete mit Mose von Angesicht zu Angesicht, wie ein Mann mit seinem Freund redet; dann kehrte Mose ins Lager zurück.
Hanna redete in ihrem Herzen mit Gott, also in Gedanken:
- 1Sam 1:12-13a - Und es geschah, als sie lange vor dem HERRN betete, achtete Eli auf ihren Mund. 13 Hanna aber redete in ihrem Herzen.
Beim Sprechen zu Gott, soll es auch so sein, dass wir das bezeugen, was wir erkannt haben und auch Verheißungen aussprechen, die Gott selbst gegeben hat.
- ELB Ps 66:3 - Sprecht zu Gott: Wie furchtbar sind deine Werke! Wegen der Größe deiner Macht werden dir deine Feinde Ergebung heucheln.
Fürbitte
Wer Fürbitte tut, der verwendet sich vor Gott für andere Menschen. Wenn die Fürbitte von Herzen und aus Liebe getan wird, hat Gott immer Freude daran. Es kann zwar sein, dass die Erhörung unserer Fürbitte ganz anders verläuft, als wir uns das vorgestellt haben, aber es wirkt sich immer in irgendeiner Weise positiv aus.
Jede Fürbitte sollte an drei Punkten gemessen werden:
- Ist es mir ein Anliegen, dass meine Fürbitte für andere Menschen in erster Linie eine Verherrlichung Gottes zur Folge hat?
- Wünsche ich meinen Mitmenschen das Beste, aus der Sicht Gottes? Natürlich wissen wir oft nicht, was aus der Sicht Gottes das Beste ist, aber wenn wir darüber nachdenken und beten, dann wird uns sein Wille eher klar und wir lernen mehr im Willen Gottes zu beten. So ist es z.B. besser, wenn ein Mensch die Vergebung Gottes erkennt und Frieden für seine Seele findet, als wenn er körperlich geheilt würde, aber seinen Erlöser nicht erfahren und erkennen würde.
- Ist es mir ein Anliegen, dass der Mensch für den ich bitte, auch ein Segen für andere werden darf?
Aus dieser Haltung heraus, dürfen wir gottgemäß Fürbitte tun.
- 1Tim 2:1-2 - Ich ermahne nun vor allen Dingen, dass Flehen, Gebete, Fürbitten, Danksagungen getan werden für alle Menschen, 2 für Könige und alle, die in Hoheit sind, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit.
Mose tat Fürbitte für sein Volk, er trat in den Riss, er war der Gott wohlgefällige Mittler:
- 2Mo 32:9-14 - Weiter sagte der HERR zu Mose: Ich habe dieses Volk gesehen, und siehe, es ist ein halsstarriges Volk. 10 Und nun lass mich, damit mein Zorn gegen sie entbrenne und ich sie vernichte, dich aber will ich zu einer großen Nation machen. 11 Mose jedoch flehte den HERRN, seinen Gott, an und sagte: Wozu, o HERR, entbrennt dein Zorn gegen dein Volk, das du mit großer Kraft und starker Hand aus dem Land Ägypten herausgeführt hast ? 12 Wozu sollen die Ägypter sagen: In böser Absicht hat er sie herausgeführt, um sie im Gebirge umzubringen und sie von der Fläche des Erdbodens zu vertilgen ? Lass ab von der Glut deines Zornes und lass dich das Unheil gereuen, das du über dein Volk bringen willst! 13 Denke an deine Knechte Abraham, Isaak und Israel, denen du bei dir selbst geschworen und denen du gesagt hast: Ich will eure Nachkommen so zahlreich machen wie die Sterne des Himmels, und dieses ganze Land, von dem ich gesagt habe: «ich werde es euren Nachkommen geben», das werden sie für ewig in Besitz nehmen. 14 Da gereute den HERRN das Unheil, von dem er gesagt hatte, er werde es seinem Volk antun.
Er war bereit sich zu opfern:
- 2Mo 32:32 - Und nun, wenn du doch ihre Sünde vergeben wolltest! Wenn aber nicht, so lösche mich denn aus deinem Buch, das du geschrieben hast, aus.
In ähnlicher Weise tat auch der Prophet Daniel Fürbitte für sein Volk (Dan 9).
Flehen
- 5Mo 3:23 - Und ich flehte zu jener Zeit zum HERRN um Erbarmen:
- 1Tim 2:1-2 - Ich ermahne nun vor allen Dingen, daß Flehen, Gebete, Fürbitten, Danksagungen getan werden für alle Menschen, 2 für Könige und alle, die in Hoheit sind, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit.
Das Flehen dürfte ein intensives, dringliches Bitten sein.
- Dan 9:3 - Und ich richtete mein Gesicht zu Gott, dem Herrn, hin, um ihn mit Gebet und Flehen zu suchen, in Fasten und Sack und Asche.
Gerade dann, wenn jemand in der Riss tritt und sich für andere Menschen verwendet, wenn jemand intensiv für andere bittet, dann war das oft ein Flehen!
Schreien / Rufen
Das Schreien zu Gott deutet auf eine innere Not hin. Die Bedrängnis, die Not ist dann so groß, dass man nicht mehr einfach mit Gott reden kann; es scheint nur noch ein Schreien möglich; alles andere wäre in dieser Situation vielleicht reine Heuchelei.
- 2Mo 15:25 - Da schrie er zum HERRN, und der HERR zeigte ihm ein Stück Holz; das warf er ins Wasser, und das Wasser wurde süß. Dort legte er Ordnung und Recht für es fest, und dort prüfte er es,
- ELB 2Mo 17:4 - Da schrie Mose zum HERRN und sagte: Was soll ich mit diesem Volk tun? Noch ein wenig, so steinigen sie mich.
Auch unser Herr Jesus schrie zu seinem Vater:
- Hebr 5:7-8 7 Der hat in den Tagen seines Fleisches sowohl Bitten als auch Flehen mit starkem Geschrei und Tränen dem dargebracht, der ihn aus dem Tod erretten kann, und ist um seiner Gottesfurcht willen erhört worden 8 und lernte, obwohl er Sohn war, an dem, was er litt, den Gehorsam;
Daraus wird auch ersichtlich, dass wir immer authentisch vor unserem Gott erscheinen dürfen. Wenn uns zum Schreien zumute ist, dann sollen wir schreien. Manchmal ist es auch ein inneres, unsichtbares Schreien, wie das indirekt aus folgender Stelle interpretiert werden kann:
- 2Mo 14:14-15 - Der HERR wird für euch kämpfen, ihr aber werdet still sein. 15 Und der HERR sprach zu Mose: Was schreist du zu mir ? Befiehl den Söhnen Israel, dass sie aufbrechen!
Das Rufen ist vielleicht mehr ein Anruf, wie z. B. "Herr, höre auf mich!"
- ELB 2Sam 22:4 - Gelobt! rufe ich zum HERRN, so werde ich vor meinen Feinden gerettet.
- ELO Ps 18:3 - Ich werde JHWH anrufen, der zu loben ist, und ich werde gerettet werden von meinen Feinden.
Das Herz ausschütten
Hanna schüttete vor Gott ihr Herz aus:
- 1Sam 1:12-15 - Und es geschah, als sie lange vor dem HERRN betete, achtete Eli auf ihren Mund. 13 Hanna aber redete in ihrem Herzen. Nur ihre Lippen bewegten sich, aber ihre Stimme hörte man nicht. Da meinte Eli, sie sei betrunken, 14 und Eli sagte zu ihr: Wie lange willst du dich wie eine Betrunkene benehmen? Mach, dass du deinen Rausch los wirst! 15 Aber Hanna antwortete und sagte: Nein, mein Herr! Ich bin nichts anderes als eine betrübte Frau. Wein und Rauschtrank habe ich nicht getrunken, sondern ich habe mein Herz vor dem HERRN ausgeschüttet.
Bevor es soweit kam, durchlitt Hanna eine längere, schwere Zeit. Jahrelanges Mobbing und die Verzweiflung darüber, dass sie ihrem Mann keine Kinder gebären konnte, trieb sie soweit, dass sie ihren ganzen Herzenskummer vor Gott ausschüttete. Dieses Ausschütten war die Grundlage für etwas ganz Neues. Gott wendete ihr Schicksal und schenkte ihr Freude. Das ausgeschüttete Herz, war die Grundlage dafür, dass sie den Herrn in einer absolut einmaligen Art und Weise loben und preisen konnte (1Sam 2).
Klagen
Die Gottesmänner haben oft geklagt, weil sie bedrückt waren:
- ELB Ps 55:18 - Abends und morgens und mittags klage und stöhne ich; und er hat meine Stimme gehört.
Doch inmitten der Klage dringt immer wieder der Glaube durch, so dass sie auch sagen konnten:
- Ps 55:23 - Wirf auf den HERRN deine Last, und er wird dich erhalten; er wird nimmermehr zulassen, daß der Gerechte wankt.
Wenn der Seele zum Klagen zumute ist, dann soll sie klagen, aber sie darf das Vertrauen auf Gott nicht wegwerfen und sie soll sich auch vom Geist zusprechen lassen:
- Ps 43:5 - Was bist du so aufgelöst, meine Seele, und was stöhnst du in mir? Harre auf Gott, denn ich werde ihn noch preisen, das Heil meines Angesichts und meinen Gott.
- Ps 103:2 - Preise den HERRN, meine Seele, und vergiss nicht alle seine Wohltaten.
Wenn der Elende seine Klage vor Gott ausschüttet, dann erwacht auch eine Hoffnung auf das Erbarmen des Herrn:
- ELB Ps 102:1 - Gebet eines Elenden, wenn er verzagt ist und seine Klage vor dem HERRN ausschüttet.
- Ps 102:14 - Du wirst aufstehen, wirst dich Zions erbarmen. Denn es ist Zeit, ihn zu begnadigen, denn gekommen ist die bestimmte Zeit.
Ein Klagen, das im Glauben vor Gott dargebracht wird vermittelt uns letztlich immer eine neue Sichtweise!
Das Klagelied, das Hesekiel anstimmen sollte, war letztlich ein Klagelied Gottes über den schirmenden Cherub, über den gewaltigen Engelfürsten, bei dem Unrecht gefunden wurde. Auch Gott kennt Zeiten, wo er einfach klagen muss, wo er ein Klagelied anstimmen muss:
- ELB Hes 28:12 - Menschensohn, erhebe ein Klagelied (w. Bejammerung) über den König von Tyrus und sage ihm: So spricht der Herr, HERR: Du warst das vollendete Siegel, voller Weisheit und vollkommen an Schönheit, ...
Segnen
Das Segnen eines Kindes oder auch das Segnen einer erwachsenen Person, ist nicht einfach nur ein frommes oder religiöses Ritual! Segnen beinhaltet viel mehr als das. Vielfach wünschen wir einander den Segen Gottes. Aber was beinhaltet der Segen Gottes und was bedeutet es, wenn wir jemanden segnen? Handelt es sich hier um einen christlichen "Glück-Wunsch", wo man der betreffenden Person einfach Glück im christlichen Sinn wünscht?
Ich möchte zuerst die Definition über den Segen aus dem "Lexikon zu Bibel" zitieren: Unter Segen (Gegensatz -> Fluch) versteht die Bibel die Zuwendung von göttlichem Heilsgut an Menschen, sei es durch Gott selbst oder durch in der Macht Gottes handelnde Menschen (vgl. 1Mo 12:3). Damit wir "Segen" besser verstehen können, ist es von Bedeutung, auch zu erkennen, dass Segnen das Gegenteil von Fluchen ist. Beim Fluchen wünscht man dem anderen Unglück, Schmerz, Not und Leid. Beim Fluchen wird gehasst, verachtet oder ignoriert.
- Beim Segnen geschieht etwas ganz anderes:
- Es wird geliebt, wertgeschätzt, höher geachtet und man anerkennt den anderen. Beim Segnen wünscht man nicht nur kurzfristiges Glück; nein, beim Segnen wünscht man das Beste von der Ewigkeit, von Gott her gesehen.
Dieses "Beste" aus Sicht der Ewigkeit, kann kurz- oder mittelfristig manchmal eher negativ empfunden werden. In den Klageliedern finden wir folgende Aussage:
- ELB Kla 3:27 - Gut ist es für den Mann, wenn er das Joch in seiner Jugend trägt.
Ein Joch hat etwas mit Last, ja mit einer Unannehmlichkeit zu tun, aber aus der Sicht Gottes ist es gut, wenn er ein solches Joch in der Jugend trägt. Auch Jesus Christus hat von einem Joch gesprochen:
- ELB Mt 11:29 - Nehmt auf euch mein Joch, und lernt von mir! Denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig, und «ihr werdet Ruhe finden für eure Seelen»; 30 denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.
Aus der Sicht Gottes ist es gut, wenn wir die Last Jesu Christi auf uns nehmen und dadurch sanftmütig und demütig werden. Der Segen Gottes verändert uns zuerst und macht aus uns Wesen der Liebe, er macht aus uns Menschen die gütig sind und das ist dann auch die Voraussetzung für ein bleibendes Glück, für den bleibenden Frieden. Wer segnet, spricht ein Wort der Zusage aus, das Freude, Frieden und Glück aus Sicht der Ewigkeit zu Folge hat. Jesus hat uns angewiesen zu segnen, und zwar auch da, wo man uns nicht gut gesinnt ist:
- ELB Lk 6:28 - segnet, die euch fluchen; betet für die, die euch beleidigen!
Und auch Petrus macht uns darauf aufmerksam, wenn er schreibt:
- ELB 1Petr 3:9 - und vergeltet nicht Böses mit Bösem oder Scheltwort mit Scheltwort, sondern im Gegenteil segnet, weil ihr dazu berufen worden seid, dass ihr Segen erbt!
Das gr. Wort für Segnen heißt eulogeō (sprich evlogeo) und bedeutet eigentlich soviel wie "gute Worte aussprechen" oder "Worte sagen, die wohl tun".
Es geht um ein Wort der Zusage, das die Mehrung von Herrlichkeit und Glückseligkeit zur Folge hat.
Die Segnung von Kindern war für Jesus auch ein großes Anliegen! Dazu möchte ich einen Text aus Mk 10:13-16 lesen:
- Mk 10:13-16 - Und sie brachten Kinder zu ihm, damit er sie anrührte. Die Jünger aber fuhren sie an. 14 Als aber Jesus es sah, wurde er unwillig und sprach zu ihnen: Lasst die Kinder zu mir kommen! Wehrt ihnen nicht! Denn solchen gehört das Reich Gottes. 15 Wahrlich, ich sage euch:
Wer das Reich Gottes nicht aufnimmt wie ein Kind, wird dort nicht hineinkommen. 16 Und er nahm sie in seine Arme, legte die Hände auf sie und segnete sie. Für den Sohn Gottes waren die Kinder sehr wichtig! Niemand soll den Kindern verwehren, dass sie zu Jesus kommen können. Die Kinder haben eine ganz große Stärke, die, die Erwachsenen teilweise verloren haben. Sie nehmen das Reich Gottes ohne Vorbehalte auf, sie besitzen ein ganz großes Vertrauen. Da wo ein gesundes Eltern-Kind-Verhältnis vorhanden ist, da vertrauen die Kinder ihren Eltern. Sie vertrauen darauf, dass sie mit dem Nötigen versorgt werden, darauf, dass es die Eltern gut mit ihnen meinen. Sie wissen um die Liebe ihrer Eltern, sie wissen auch, dass sie von ihren Eltern geschützt werden.
Dieses Vertrauen sollten auch wir Erwachsene in unseren himmlischen Vater haben. Auch wir dürfen wissen, dass er es gut mit uns meint, auch wir dürfen um seine Liebe und Fürsorge wissen. Wer dieses uneingeschränkte Vertrauen in Gott hat, das Vertrauen, das Gott alles für uns gemacht hat, damit unsere Schuld vergeben werden kann und damit wir ewiges Leben bekommen dürfen, der wird in das Reich Gottes eingehen. Dieses Vertrauen beinhaltet auch das Bewusstsein, dass nicht unsere Leistungen und auch nicht unsere Begabungen, uns in das Reich Gottes führen können, sondern nur die Gnade Gottes, die in uns auch dieses Vertrauen und diesen Glauben zu Gott, bewirkt. Jesus segnete die Kinder und er legte ihnen die Hände auf, um ihnen das zu vermitteln und zu zusprechen, was in den Augen Gottes gut ist und was letztlich eine Glückseligkeit bewirkt.
Welche Bereiche umfasst das Gebet?
Es dürfte klar sein, dass es absolut kein Thema gibt, das wir nicht mit unserem Gott und Vater besprechen könnten. Wir könnten jeden Bereich unseres Lebens mit unserem Herrn Jesus Christus besprechen. Immer wieder hört man die Aussage: "Ich weiß nicht was ich beten soll!" Das liegt einerseits daran, dass man es bis zu diesem Zeitpunkt zu wenig praktiziert hat und andererseits, dass man sich über das Gebet zu wenig Gedanken gemacht hat. Uns beschäftigen tagein tagaus so viele Freuden, Gefühle und Probleme und theoretisch könnten wir alles mit unserem Gott besprechen! Nachfolgend sollen einige Fragen, Motive und Gedanken aufgelistet werden, um unser Verhältnis zum Gebet besser zu verstehen. Wichtig dabei ist vor allem, dass sich jeder selbst diese Fragen beantwortet!
Fragen / Probleme:
- Warum bespreche ich in Gedanken nicht alles mit meinem Gott?
- Welche Motive und Umstände halten mich davon ab, alles mit Gott zu besprechen?
Mögliche Antworten:
- Ich bete nur über diese Dinge, die ich mir angewöhnt habe.
- Für mich ist der Gedanke relativ neu, alles mit Gott zu besprechen.
- Ich glaube Gott interessiert sich nicht für alle meine Themen.
- Für mich ist das Beten so anstrengend und eine unangenehme Pflicht, die ich aber tun muss, damit Gott mit mir zufrieden ist.
- Ich fürchte mich, gewisse Lebensbereiche im Gebet zu thematisieren, weil mir dann Dinge bewusst werden könnten, die mir unangenehm sind.
- Ich will gewisse Gebiete meiner Gedankenwelt nicht mit Gott besprechen, weil ich dann vielleicht etwas aufgeben oder loslassen muss, das ich aber nicht aufgeben möchte. Deshalb verdränge ich diese Bereiche lieber und mache sie zum Tabu!
Mögliche Lösungen:
Mögliche Anwendungen:
Die Menschen machen sich oft zu wenig Gedanken über das Gebet, weil sie sich unbewusst vor den möglichen Konsequenzen fürchten.
Wer alle Bereiche des Lebens in das Gebet miteinbezieht, braucht Mut!
Wie viele Christen haben den Mut, mit ihren Gott jeden Lebensbereich zu besprechen? Angefangen vom Geld, über den Urlaub und den Genuss, bis hin zu der eigenen Sexualität!
- -Welchen Bereich klammern wir aus?
- -Warum klammern wir ihn aus?
Können wir mit unserem himmlischen Vater nicht alles besprechen? Er, der uns besser kennt, als wir uns selber! Wie gut wäre es doch, wenn wir vor Gott kein Tabuthema mehr hätten.
Die Lebensbereiche und das Gebet
Gibt es irgendeinen Lebensbereich, den wir nicht in das Gebet integrieren könnten? Ich wüsste nicht welchen. Erfahrungsgemäß hat jeder Gläubige Bereiche, die er noch nicht mit seinem Gott besprochen hat, Bereiche, die bis dato tabu waren. Längst nicht alle Christen besprechen mit Gott auch ihre Sexualität, ihre finanziellen Angelegenheiten oder ihre Urlaubsplanung. Oft ist es auch so, dass man Gott gegenüber sehr viele Fragen hätte, aber man stellt Gott diese Fragen gar nicht persönlich, sondern man stellt diese Fragen den Mitmenschen. Wir dürfen lernen, ausnahmslos alles mit unserem himmlischen Vater zu besprechen und wir werden staunen, was sich alles verändert! Manchmal gibt es nur eine sehr langsame, dafür aber stetige Veränderung.
Gott und mein Glaube
Besprechen wir doch mit Gott ganz persönlich, wie wir unsere Beziehung zu ihm empfinden. Es gibt Zeiten, wo wir unsere Beziehung zu ihm, mangelhaft empfinden, weil wir nicht so oft beten können, wie wir wollen, weil uns manchmal die Freude daran fehlt, weil wir die Bibellese nur als Pflicht empfinden. Erfahrungsgemäß verdrängen wir diese Probleme, statt dass wir sie ganz offen mit unserem Vater besprechen. Wir verdrängen sie deshalb, weil wir denken, es liege einfach an unserer Disziplinlosigkeit und deshalb gibt es ja auch nichts zu besprechen! Man sollte sich einfach nur mehr anstrengen! Aber genau das ist ein Fehler! Unsere so genannte Disziplinlosigkeit Gott gegenüber, sollten wir auch mit ihm besprechen, denn dann besteht eine bessere Voraussetzung, damit Gott in uns das Wollen und das Vollbringen bewirkt!
Meine innere Haltung, im Lichte Gottes
Prüfen wir doch auch immer wieder vor Gott und im Lichte der Bibel, unsere innere Haltung, unsere Motive, unsere Gedankenentwürfe, damit wir uns immer wieder neu ausrichten können.
- Ps 139:23-24 - Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz. Prüfe mich und erkenne meine Gedanken! 24 Und sieh, ob ein Weg der Mühsal bei mir ist, und leite mich auf dem ewigen Weg!
Folgende Prüfsteine sind sehr hilfreich:
- Wie viel Kraft und wie viele Gedanken investiere ich für meine Ehre für mein Wohlbefinden und wie viele Überlegungen und Kraft investiere ich für die Ehre Gottes?
- Wie viele Gedanken investiere ich dafür, anderen Menschen wohl zu tun und ihnen Wertschätzung und Anerkennung zu geben (besonders denen, die sie bis anhin kaum bekommen haben)?
Fragen / Probleme:
- Kann oder darf Gott mein Denksystem durcheinander bringen?
- Ist mein Leben so mit Jesus verbunden, dass ich ihm alles zutraue? Habe ich dieses Urvertrauen?
Mögliche Antworten:
Mögliche Lösungen:
Mögliche Anwendungen:
Familie (Ehe, Kinder, Eltern, Geschwister, Verwandte)
Fast alle Menschen haben eine Familie. Jede Familie hat Stärken und Schwächen. Unter den Schwächen haben meist alle in der Familie zu leiden. Manche Familien sind harmonischer als andere.
Doch egal wie es in unserer Familie aussieht; Gott hat uns ganz bewusst in diese Familie gestellt, in der wir sind. Die Familie, in der wir leben, ist für unseren Werdegang von großer Bedeutung. Einerseits löst jedes Familienmitglied in uns Prozesse aus, die wichtig sind und andererseits können wir für unsere Familie ein Segen sein, wenn wir für sie beten und sie im Namen Jesu segnen.
Es gibt viele Fragen, die wir in Bezug auf unsere Familie stellen können. Und diese Fragen sind wichtig. Durch die ehrliche Beantwortung dieser Fragen, kann man erkennen, für was man bitten soll, wie man segnen soll und in welche Richtung die persönliche Entwicklung gehen sollte.
Fragen / Probleme:
- Mit welchen wiederkehrenden Problemen hat unsere Familie immer wieder zu kämpfen?
- Was schmerzt mich in meiner Familie am meisten?
- Wo sehe ich Zusammenhänge zwischen meiner Persönlichkeit und den Problemen in meiner Familie?
- Wo sehe ich die größten geistlichen Probleme?
- Was beschäftigt mich in meiner Ehe ganz besonders?
- Wie gehe ich mit meiner Ehelosigkeit um?
- Wie soll ich mit dem Thema Scheidung in unserer Familie umgehen?
- Was lösten die Todesfälle in der Familie aus?
Mögliche Antworten:
Mögliche Lösungen:
Mögliche Anwendungen:
Gemeinde
Die Gemeinde war für die Apostel ein ganz zentrales Gebetsanliegen, weil sie wussten, dass die Gemeinde, die Heilskörperschaft ist, die jetzt von Gott für ihre künftigen Aufgaben vorbereitet wird. Gott hat seinen Fokus jetzt auf die Gemeinde gelegt! Der Leib Jesu soll jetzt ausreifen und vervollständigt werden. Es geht um nichts Geringeres als um die Verwandlung der Gemeinde und jedes einzelnen Gliedes in das Bild von Jesus Christus! Die nachfolgenden Fragen eignen sich für eine Selbstreflexion und können auch Impulse für Veränderungen geben:
Fragen / Probleme:
- Welche biblischen Funktionen und Aufgaben hat die weltweite Gemeinde Jesu?
- Welche Funktionen und Aufgaben hat unsere örtliche Gemeinde?
- Nimmt unsere Gemeinde diese Aufgaben wahr?
- Stehe ich hinter diesen Aufgaben?
- Ist mir die Gemeinde und somit auch Jesus wichtig?
- Sind wir für das Reden Gottes offen?
- Welchen Stellenwert hat:
- das Gebet,
- die Lehre,
- die herzliche Gemeinschaft,
- die Fürsorge,
- die Ermahnung,
- die Ermunterung,
- die Liebe zu allen Heiligen,
- die Evangelisation,
- der Hirtendienst,
- das prophetische Wort,
- die prophetische Rede und die Diakonie?
- Welche der genannten Bereiche, werden meiner Ansicht nach gut ausgelebt und weshalb?
- In welchen, der oben genannten Bereiche, empfinde ich einen Mangel?
- Was ist meiner Ansicht nach, die Ursache für diesen Mangel?
- Was könnte man tun, um diesen Mangel zu beheben?
- Wie gehe ich damit um, wenn sich die Gemeinde nicht so zeigt, wie ich mir das vorstelle?
- Höre ich auf andere und bin ich auch bereit, mir etwas sagen zu lassen?
Mögliche Antworten:
Mögliche Lösungen:
Mögliche Anwendungen:
Freunde
Freunde, die Gott uns gegeben hat, sind eine große Kostbarkeit. Überlegen wir auch hier vor Gott, wie wir für sie ein Segen sein dürfen. In Bezug auf die Freundschaft, lohnt es sich einmal, die Freundschaft zwischen David und Jonathan näher anzuschauen. Hier gibt es viele wertvolle Hinweise, wie Freundschaft gelebt werden kann. An den Freunden haben wir auch eine wichtige Gebetsaufgabe,
Bekannte und Nachbarn
Es gibt Christen, die haben zu ihren Nachbarn praktisch keinen Kontakt! Dabei wäre doch gerade das, ein ideales Evangelisationsfeld! Allerdings kann man hier auch nur dann ein Zeugnis sein, wenn man auch das lebt, was man "predigt". Die Nachbarn beobachten uns ganz genau, wie wir mit der Ehefrau umgehen, wie wir uns gegenüber den Kindern verhalten und wenn wir hier keine Vorbilder sind, dann ist unser Zeugnis fruchtleer! Meistens ist es so, dass wir zuerst einmal den Glauben vorleben sollten, bevor wir darüber sprechen.
- Phil 4:5 - Eure Milde soll allen Menschen bekannt werden; der Herr ist nahe.
Beruf
Der Druck in der Arbeitswelt nimmt ständig zu. Während dem die Arbeitnehmer immer mehr leisten müssen und vielfach ihre Gesundheit aufs Spiel setzen, stehen die Arbeitslosen unter dem Druck, gar keine Arbeit mehr zu finden und plötzlich einmal ein Sozialfall zu werden. Beten wir doch für unsere Vorgesetzten, für unsere Mitarbeiter, aber auch für unsere Arbeit. Christen sollten fleißig, zuverlässig und ehrlich sein, damit der Name Gottes nicht verlästert werde. Hier gilt aber auch:
- Mt 10:16b - so seid nun klug wie die Schlangen und einfältig wie die Tauben.
Fragen / Probleme:
- Wie bespreche ich die Anliegen meines Berufes mit Gott?
- Was beschäftigt mich an meinem Arbeitsplatz besonders?
- Wie gehe ich mit der Arbeitslosigkeit oder mit der Angst davor um?
- Wie kann ich gleichzeitig am Arbeitsplatz, in der Familie und in der Gemeinde genügen?
- Wie verhalte ich mich bei Mobbing am Arbeitsplatz?
- Was würde für mich eine Frührente bedeuten?
- Was macht mir am Rentnerdasein am meisten zu schaffen?
Mögliche Antworten:
Mögliche Lösungen:
Mögliche Anwendungen:
Staat
Wir haben für Regenten und für alle, die in Hoheit sind, zu beten, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen können (1Tim 2:2) und wir haben uns dem Staat unterzuordnen. Sofern wir kein Unrecht begehen, sollten wir dem Staat gehorchen, seine Gesetze einhalten und auch die Steuern zahlen (Steuerbetrug kommt für einen Christen nicht in Frage).
- 1Tim 2:1-2 - Ich ermahne nun vor allen Dingen, daß Flehen, Gebete, Fürbitten, Danksagungen getan werden für alle Menschen, 2 für Könige und alle, die in Hoheit sind, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit.
- ELB Röm 13:1-4 - Jede Seele unterwerfe sich den übergeordneten staatlichen Mächten! Denn es ist keine staatliche Macht außer von Gott, und die bestehenden sind von Gott verordnet. 2 Wer sich daher der staatlichen Macht widersetzt, widersteht der Anordnung Gottes; die aber widerstehen, werden ein Urteil empfangen. 3 Denn die Regenten sind nicht ein Schrecken für das gute Werk, sondern für das böse. Willst du dich aber vor der staatlichen Macht nicht fürchten, so tue das Gute, und du wirst Lob von ihr haben; 4 denn sie ist Gottes Dienerin, dir zum Guten. Wenn du aber das Böse tust, so fürchte dich! Denn sie trägt das Schwert nicht umsonst, denn sie ist Gottes Dienerin, eine Rächerin zur Strafe für den, der Böses tut.
Freizeit und Urlaub
Leider betrachten viele Christen die Planung ihrer Freizeit und ihrer Urlaube als eine ganz persönliche Angelegenheit, die nicht mit Gott besprochen werden müsste. Viele tun das vielleicht deshalb, weil sie noch nie auf den Gedanken gekommen sind und andere befürchten, dass der Herr ihnen etwas aufs Herz legt, dass für sie gar nicht nach Erholung ausschaut. Deshalb entscheidet man häufig selbst, wie man den Urlaub gestaltet. Dabei ist Ruhe und Erholung durchaus auch etwas Gottgewolltes. Wer aus einer falschen Frömmigkeit heraus meint, der Urlaub darf keine Erholung sein, hat noch zu wenig verstanden, wie wichtig das Ruhen in der Bibel ist:
- 2Mo 34:21 - Sechs Tage sollst du arbeiten, aber am siebten Tag sollst du ruhen; auch in der Zeit des Pflügens und in der Ernte sollst du ruhen.
Geld
Wie bereits erwähnt, ist es wichtig auch die finanziellen Dinge mit Gott zu bereden. Bei demjenigen, der es nicht kann, besteht die Gefahr, dass er geizig, habsüchtig und geldliebend ist. Geldliebe ist die Wurzel alles Bösen (1Tim 6:10) und Habsucht ist Götzendienst (Kol 3:5). Der richtige Umgang mit Geld lautet:
- 1Tim 6:17-19 - Den Reichen in dem gegenwärtigen Zeitlauf gebiete, nicht hochmütig zu sein, noch auf die Ungewissheit des Reichtums Hoffnung zu setzen - sondern auf Gott, der uns alles reichlich darreicht zum Genuß - 18 Gutes zu tun, reich zu sein in guten Werken, freigebig zu sein, mitteilsam, 19 indem sie sich selbst eine gute Grundlage auf die Zukunft sammeln, um das wirkliche Leben zu ergreifen.
- Hebr 13:5-6 5 Der Wandel sei ohne Geldliebe; begnügt euch mit dem, was vorhanden ist! Denn er hat gesagt: «Ich will dich nicht aufgeben und dich nicht verlassen», 6 so daß wir zuversichtlich sagen können: «Der Herr ist mein Helfer, ich will mich nicht fürchten. Was soll mir ein Mensch tun?»
Hobby
Es gibt kein Gesetz darüber, ob man ein Hobby haben darf oder nicht. Manche brauchen als Ausgleich zur geistigen Arbeit die Gartenarbeit, andere wandern gerne und genießen die Schöpfung mit großer Dankbarkeit, wieder andere fahren gerne Rad, als Ausgleich. Ich spiele gerne mal Volleyball, weil mir das gemeinsame Spiel und die Bewegung Freude macht! Ich kann mit gutem Gewissen Volleyball spielen. Ich könnte aber nicht mit gutem Gewissen in einen Volleyballclub gehen, wo ich dann jedes Wochenende Meisterschaftsspiele absolvieren müsste. Damit will ich kein Gesetz machen, dass ein Christ nicht in einen Volleyballclub gehen darf, aber bei mir gäbe es dann mit meiner Aufgabe eindeutig einen Konflikt, der meine Arbeit am Reich Gottes einschränken würde.
Da wo ein Hobby viel Zeit und Geld verschlingt, ist es absolut infrage zu stellen, weil wir in erster Linie am Reich Gottes arbeiten sollten. Besprechen wir doch auch unser Hobby mit Gott!
Sexualität
Viele Gläubige, wahrscheinlich die Mehrzahl, haben ein Problem mit unerfüllter oder unerlaubter Sexualität, zumindest in Gedanken. Unsere sexuellen Bedürfnisse sind absolut normal und sie sind auch eine Erfindung Gottes, für die wir auch sehr dankbar sein dürfen. Aber der Umgang mit unerfüllter Sexualität ist sehr schwierig und auch eine echte Herausforderung, die man ohne Gott kaum bewältigen kann. Weil viele sich nicht trauen, über dieses Thema mit Gott zu sprechen, finden sie auch kaum den richtigen Umgang in dieser Sache. Es bleibt meist eine unbefriedigende Angelegenheit. Sagen wir unserem himmlischen Vater doch, was wir empfinden, wie wir manchmal nur schwer damit fertig werden. Sagen wir ihm doch, dass unsere Gedanken manchmal zu weit gehen usw.
Gebetsvarianten
Beim Loben und Danken
Versuchen wir einmal einen Lebensbereich nach dem anderen durchzugehen und für jeden Bereich zu danken, für alles was wir haben, aber auch dafür zu danken, dass er uns nicht alles gegeben hat, was wir uns gewünscht haben. Versuchen wir für alle unsere Mitmenschen zu danken und Gott darüber zu loben, dass er uns diese Menschen ins Leben gestellt hat, ebenso auch für die schwierigen Menschen! Loben wir Gott für die vielfältige Natur, während eines Spazierganges usw.
Danken wir ihm für alles was wir tun können und versuchen wir in allem eine Verbindung zu seinem Wort herzustellen:
- Wenn ich mich wasche, dann kann ich ihm danken, dass er mich von aller Ungerechtigkeit gereinigt hat und noch reinigen wird.
- Wenn ich mich kämme, dann darf ich ihm dafür danken, dass er mich schön machen wird und mich ohne Flecken und Runzel vor sich hinstellen wird.
- Wenn ich mich anziehe, dann kann ich ihn dafür loben, dass er mich mit der Gerechtigkeit Jesu Christi eingekleidet hat.
- Wenn ich mein Brot esse, dann darf ich ihm für die Ernte danken und für alle Menschen, die an diesem Brot gearbeitet haben und dafür, dass er selber das Brot ist.
- Wenn ich Marzipan esse, dann werde ich an das Allerheiligste erinnert, weil in der Bundeslade ein Mandelstab war.
- usw. usf.
Beim Hören
- Man liest z.B. 1-3 Verse und fragt sich in der Stille:
- - Was möchte Gott mir persönlich mit diesen Versen sagen?
- - Wie spricht dieser Text in mein Leben hinein
Bei der Fürbitte
- Ich bete für Personen, die in meinem Adressbuch stehen.
- Ich bete bewusst für die Gemeinden in meiner Umgebung.
- Ich bitte für die verfolgten Geschwister weltweit, indem ich eine Weltkarte anschaue und einzelne Länder durchbete.
- usw.
Auswirkungen des Gebetes
Aus zeitlichen Gründen, konnte ich diese Auswirkungen lediglich nur noch benennen, aber nicht näher ausführen. Doch die Überschriften können auch zum Denken anregen.
Das Gebet ist nie Zeitverlust
Durch das Gebet wird die wichtigste Verbindung hergestellt
Das ehrliche und gottgemäße Gebet bewirkt Wesenhaftes und Bleibendes
Es bewirkt ein Umdenken und Mitdenken
Es bewirkt Rettung
Es kann Heilung bewirken
Es bewirkt ein neues Bewusstsein
Es belebt
Es stärkt
Es macht ruhig
Lied: In früher Morgenstund
Was Gebet nicht ist
Das Gebet ist kein Sprechen vor Menschen, sondern ein Reden zu Gott
Das Gebet dient nicht dazu, seine eigene Frömmigkeit zur Schau zu stellen. Deshalb sagt Jesus:
- ELB Mt 6:5 - Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht sein wie die Heuchler; denn sie lieben es, in den Synagogen und an den Ecken der Straßen stehend zu beten, damit sie von den Menschen gesehen werden. Wahrlich, ich sage euch, sie haben ihren Lohn dahin.
Das Gebet soll auch keine Predigt sein, in der den andern eine versteckte Botschaft übermittelt wird.
Viele, theologisch einwandfreie und wohlformulierte Worte
Wer meint, er könne mit "perfekten Gebeten" die Wahrscheinlichkeit einer Gebetserhörung vergrößern, irrt sich! Ein ganz einfaches, kurzes und ehrliches Gebet aus Liebe zu Gott, bewirkt viel mehr!
- ELB Mt 6:7 - Wenn ihr aber betet, sollt ihr nicht plappern wie die von den Nationen; denn sie meinen, dass sie um ihres vielen Redens willen erhört werden.
